Randstad-ifo-flexindex: verlängerung des kurzarbeitergelds
Verlängerung des Kurzarbeitergelds stößt vor allem beim verarbeitenden Gewerbe auf Zuspruch
Seit dem 1. Januar 2009 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die maximale Bezugsdauer des konjunkturellen Kurzzeitarbeitergelds von 6 auf 18 Monate erhöht. Damit soll die Weiterbeschäftigung von Arbeitnehmern vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und dem damit verbunden Auftragsrückgang erleichtert werden. Laut der aktuellen Flexindex-Umfrage des ifo-Instituts in Kooperation mit Randstad wurde nun ermittelt, dass mit 58 Prozent besonders Personalleiter aus dem verarbeitenden Gewerbe die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes positiv bewerten.
Im Rahmen der Sonderfrage des randstad-ifo-flexindex wurden im Februar dieses Jahres 971 Personalleiter aus Industrie, Handel und dem Dienstleistungssektor bezüglich ihrer Einschätzung zum verlängerten Kurzarbeitergeld befragt. Rund 40 Prozent der befragten Unternehmen bewerteten diesen Schritt im Hinblick auf ihre eigene Branche positiv. So gehen gut 15 Prozent der Personalchefs davon aus, dass diese Maßnahme der Bundesregierung erheblich zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen beitragen wird. Darüber hinaus misst ein Viertel der Befragten der Anhebung des Bezugszeitraums eine positive, wenngleich nur leichte Wirkung bei.
Im Gegensatz dazu rechnen rund 18 Prozent der Umfrageteilnehmer trotz Kurzarbeitergeld mit einem ungebremsten Abbau des Personalbestandes. Die restlichen 38 Prozent der befragten Firmen berichten, dass in ihrer Branche derzeit kaum betriebsbedingte Kündigungen geplant seien. Zuspruch findet die Neuregelung vor allem bei Personalleitern aus dem verarbeitenden Gewerbe. Hier bewerten mehr als 58 Prozent der Personalleiter die Verlängerung als sehr bis leicht positiv, während ihr nur knapp über zehn Prozent der Befragten keine Bedeutung zumessen. Im Handel- und Dienstleistungssektor hingegen wird der positive Effekt des veränderten Kurzarbeitergeldes nur von jeweils knapp über 30 Prozent gesehen.
Der in Zusammenarbeit von Randstad und dem ifo-Institut entwickelte randstad-ifo-flexindex zeigt die langfristige Bedeutung und Funktion personalpolitischer Flexibilisierungsinstrumente. Im ersten Quartal 2009 ist der randstad-ifo-flexindex für die Gesamtwirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 auf 16,9 Punkte leicht gestiegen. Dem Thema „Flexibilität im Personaleinsatz“ wird damit in etwa die gleiche Relevanz beigemessen wie im Vorquartal. Während die Umfrageteilnehmer von einer zunehmenden Bedeutung innerhalb der nächsten drei Monate ausgehen, werden entsprechende Maßnahmen gegenwärtig als weniger wichtig beurteilt. Der Saldo der Erwartungen liegt damit erstmals über dem Saldo der aktuellen Bedeutsamkeit.
Der flexindex betrachtet die Flexibilisierungsinstrumente „Arbeitszeitkonten“ und „Überstunden“, „befristete Verträge“, „innerbetriebliche Umsetzung“, „Zeitarbeit“, „freie Mitarbeiter“, „Minijobs“ und „Outsourcing“. Laut den aktuellen Ergebnissen setzen die Personalleiter bei der derzeitigen Wirtschaftslage vorwiegend auf „innerbetriebliche Umsetzungen“ und „Überstunden“, vor allem aber auf „Arbeitszeitkonten“. Schwankungen im Auftragseingang dürften in den kommenden Monaten vermehrt durch den Einsatz von „Arbeitszeitkonten“ und „innerbetrieblichen Umsetzungen“ begegnet werden.
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