Randstad standpunkte zur zeitarbeit
Randstad Positionspapier 2011
Die 10 wichtigsten Forderungen und Thesen zur Personaldienstleistung in Deutschland
- Wir befürworten die Einführung eines Mindestlohns für die Zeitarbeitsbranche. Die Lohnuntergrenze im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz orientiert sich an der untersten Entgeltgruppe des BZA- / DGB-Tarifvertrages und liegt bei 7,79 Euro in Westdeutschland und 6,89 Euro in Ostdeutschland. Randstad wendet diesen Tarifvertrag bereits seit Jahren an und forderte seit 2006 die Etablierung eines Mindestlohns. Wir begrüßen daher diese erfreuliche Entwicklung. Sie gibt unseren Kunden, Bewerbern und Mitarbeitern die nötige Sicherheit und fördert das Image und eine weitere Professionalisierung der gesamten Branche.
- Im Hinblick auf die ab dem 1. Mai 2011 geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit für die neuen EU-Beitrittsländer ist mit der Einführung der Lohnuntergrenze eine wichtige und richtige Entscheidung gefallen, da damit Lohndumping verhindert wird und der Wettbewerb im Interesse der inländischen Zeitarbeitnehmer unter fairen Bedingungen stattfindet. Die Zuwanderung aus den osteuropäischen Staaten bedeutet für uns als Personaldienstleister – wie für jedes andere Unternehmen auch – ein zusätzliches Rekrutierungspotenzial. Wir freuen uns, dass nun mehr potentielle, qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die in manchen Regionen und Branchen zum Teil händeringend gesucht werden.
- Auch die Aufnahme der sogenannten „Drehtürklausel“ zur Verhinderung des Missbrauchs von Zeitarbeit in das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ist aus Randstad Sicht sehr gut. Diese Klausel verstärkt die bereits vorhandene Regelung im BZA/DGB-Tarifvertrag und untersagt Unternehmen, Arbeitnehmer zu entlassen oder nicht weiter zu beschäftigen und diese anschließend zu schlechteren Arbeitsbedingungen wieder einzustellen. Konkret bedeutet dies, dass für Mitarbeiter, die aus einem Konzern ausscheiden und als Zeitarbeitnehmer innerhalb einer Frist von sechs Monaten wieder bei diesem Unternehmen im Einsatz sind, Equal Pay gilt.
- Strenge gesetzliche Reglementierungen konterkarieren die positiven Arbeitsmarkteffekte, die Zeitarbeit im Rahmen der strategischen Flexibilisierung des Standortes Deutschland ermöglicht hat. Es ist daher eine gute Nachricht, dass Equal Pay aus dem politischen Verhandlungspoker um die Hartz 4-Diskussion herausgenommen wurde. Die Tarifparteien müssen sich nun auf eine praktikable Regelung für alle Beteiligten nach einer vertretbaren Einarbeitungszeit einigen – zum Wohl der Arbeitsplätze vieler Menschen in der Zukunftsbranche Zeitarbeit. Mitte April erklärte die IG Metall ihre Bereitschaft, Tarifverhandlungen dazu aufzunehmen und den bis 2013 laufenden Tarifvertrag zu ergänzen. Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) wird hierzu zeitnah Gespräche mit den Gewerkschaften aufnehmen. Diese Entwicklung unterstützen wir von Randstad nach Kräften und fordern die DGB-Gewerkschaften – insbesondere die IG Metall – auf, die tarifpartnerschaftliche Einigung im Anschluss öffentlich anzuerkennen und zu respektieren, um für Mitarbeiter im Kundeneinsatz und Unternehmen Transparenz und Verlässlichkeit zu schaffen. Wir weisen darauf hin, dass die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag des Einsatzes oder nach einer zu kurzen Einarbeitungszeit die Flexibilität von Zeitarbeit für Unternehmen einschränkt und Arbeitsplätze gefährdet.
- Randstad begrüßt die Etablierung des Arbeitgeberverbandes „Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister“ (BAP) durch den Zusammenschluss der beiden großen Branchenverbände, dem Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister e.V. (AMP) und dem Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen e.V. (BZA). Randstad ist mit seiner Geschäftsführerin Heide Franken als Vizepräsidentin des BAP hier stark engagiert. Insgesamt wird der neue Verband die Interessen von rund 1.850 Zeitarbeitsunternehmen und ihren Mitarbeitern vertreten. Die Fusion der Verbände ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Zeitarbeitsbranche, gerade angesichts der aktuellen politischen Situation und der Herausforderungen für unsere Branche in der Zukunft. Der BAP bekennt sich zur Sozialpartnerschaft und ist damit Tarifpartner der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit und der CGB Gewerkschaften. Dadurch sorgt der BAP für eine ausgeglichene Tarifpolitik. Die Tarifverträge behalten ihre Gültigkeit, so dass Randstad weiterhin den von den DGB-Gewerkschaften unterzeichneten Tarifvertrag für die Zeitarbeit anwendet. Die Randstad Mitarbeiter können sich also wie bisher auf eine faire und angemessene Entlohnung verlassen.
- Auf mittelfristige und lange Sicht wird die Bedeutung von Zeitarbeit in Deutschland weiter zunehmen. Wir sehen für Randstad gute Chancen, als Marktführer in Deutschland unsere Position auszubauen. Gerade in den Bereichen Facharbeiter, kaufmännische Mitarbeiter, Spezialisierungen und nicht zuletzt im Professional Bereich gibt es noch viele Möglichkeiten zu wachsen. Der zum 1. Mai 2011 neu implementierte Geschäftsbereich Randstad Managed Services RMS steht für die innovative, konzeptionelle und operative Umsetzung von Großkundenanforderungen zu den Themen Managed Service Provider und Recruitment Process Outsourcing. Als innovativer Marktführer und Vorreiter der Branche können wir so Unternehmen mit maßgeschneiderten Konzepten beim Management des gesamten operativen Personaldienstleistungseinkaufes und bei der Auslagerung aller Rekrutierungsaktivitäten bestmöglich unterstützen.
- Randstad bietet seinen Mitarbeitern im Kundeneinsatz gute Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig verpflichten wir uns, auch künftig nachhaltige Anstrengungen in den Bereichen Mitarbeiter-Qualifizierung und -Weiterbildung zu unternehmen, um unsere Mitarbeiter bestmöglich auszubilden, zu motivieren und dadurch dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
- Randstad unterstützt die Bemühungen der Gewerkschaften, in allen Zeitarbeitsunternehmen flächendeckende Betriebsratsgremien zu etablieren und dadurch die Mitbestimmung der Mitarbeiter zu fördern.
- Wir nehmen als Unternehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr, indem wir – auf Basis unserer Strategie zur Corporate Social Responsibility (CSR) – unsere Initiativen wie z.B. „Du bist ein Talent“ oder „Ehrensache“ weiter ausbauen.
- Randstad ist und bleibt der Personaldienstleister Nr. 1 in Deutschland und ein verlässlicher Partner für Kunden und Mitarbeiter. Wir setzen uns auch weiterhin ernsthaft für eine ausgewogene Balance zwischen unternehmerischer Flexibilität und dem Schutz der Arbeitnehmer ein. Wir stehen für gute und zukunftsorientierte Personaldienstleistung und nachhaltige unternehmerische Verantwortung.


