Nach Bologna-Reform: Wirtschaft unzufrieden mit Uni-Absolventen

03.02.2017 Zurück

Studenten fehlt es an Selbstständigkeit und Abstraktionsvermögen

14 Jahre ist die Bologna Reform nun her. Studenten sollten schneller ihren Abschluss in der Tasche haben, um so früh wie möglich der Wirtschaft als Fachkräfte zur Verfügung zu stehen. Das haben sich die Unternehmen gewünscht. Nun macht sich langsam Ernüchterung breit. Laut der aktuellen Randstad-ifo-Personalleiter-Befragung ist die Zufriedenheit mit der Ausbildung bei 32 Prozent der Befragten gesunken, nur bei zwei Prozent ist sie gestiegen.

Zufriedenheit der Unternehmen mit Hochschulabsolventen sinkt

Kritik vor allem am Masterabschluss

Bei der Umfrage ging es konkret um die Uniabsolventen, die die Unternehmen eingestellt haben und damit kennen. Am häufigsten gaben Personalleiter in großen Unternehmen (mehr als 500 Mitarbeiter) an, die Ausbildung der Hochschulabsolventen habe sich verschlechtert.

Dabei ist auffällig: Bei Unternehmen, die am häufigsten Bachelor- oder Masterstudenten beschäftigen, ist die Zufriedenheit häufiger gesunken als bei anderen Abschlüssen wie Diplom oder Staatsexamen. Den Master-Abschluss sehen die Befragten besonders kritisch. Bei Unternehmen, die vorwiegend Masterabsolventen eingestellt haben, sagten 42 Prozent die Zufriedenheit mit dem Leistungsniveau sei gesunken.

Brücke zwischen Theorie und Praxis fehlt

Die größten Defizite sehen die Personalleiter bei der Selbstständigkeit, der Problemlösungskompetenz, dem Abstraktionsvermögen sowie der Allgemeinbildung. Zudem schätzen sie die Ausbildung an Universitäten als zu verschult ein.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass es eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit gibt. Man kann eben nicht auf der einen Seite die Studienzeit verkürzen, aber gleichzeitig Praxiserfahrung voraussetzen. Universitäten und Unternehmen müssen gemeinsam daran arbeiten, Brücken zwischen Theorie und Praxis zu schlagen. Wir bei Randstad haben zum Beispiel sehr gute Erfahrungen mit dem Dualen Studium gemacht, dass sich in theoretische und praktische Phasen gliedert. Ausbildung und erste Erfahrungen im Job gehen hier Hand in Hand“, so Andreas Bolder, Director Group Human Resources Randstad Deutschland.

Zur Randstad-ifo-Personalleiter-Befragung

Die in Zusammenarbeit von Randstad und dem ifo-Institut entwickelte Randstad-ifo- Personalleiter-Befragung zeigt die langfristige Bedeutung und Funktion von Flexibilisierung im Personaleinsatz. Dazu werden vierteljährlich mehr als 1.000 Personalleiter befragt. Im Rahmen der Sonderfrage werden zusätzlich aktuelle Personalthemen aufgegriffen.

Mehr Informationen und weitere Ergebnisse der Randstad-ifo-Personalleiter-Befragung finden Sie hier zum Download.

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