Chemiebranche: Anpassung der Branchenzuschläge für Zeitarbeitnehmer

01.08.2017 Zurück

Die Änderungen der Branchenzuschläge im Überblick

Für Zeitarbeitnehmer in der Chemiebranche wird der Branchenzuschlagstarifvertrag angepasst. Das haben die Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit und der Vorstand der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie vereinbart. Kernpunkte sind eine neue 6. Branchenzuschlagsstufe und die erstmalige Einführung von Branchenzuschlägen für die Entgeltgruppen 6 bis 9. 

Neue Branchenzuschlagsstufe in der Chemiebranche eingeführt

Das Verhandlungsergebnis sieht für Zeitarbeitnehmer, die ihren 15. Einsatzmonat im Kundenunternehmen vollendet haben, eine neue 6. Branchenzuschlagsstufe vor. Die Höhe des Zuschlags richtet sich nach den Entgeltgruppen des Entgelttarifvertrag Zeitarbeit und beträgt:

  • EG 1 und 2: nach 15 Monaten Einsatzzeit, Branchenzuschlag in Höhe von 67 %

Erstmals Branchenzuschläge für EG 6 und EG 9

Zeitarbeitnehmer in den EG 6 bis EG 9 erhalten erstmals Branchenzuschläge auf das tarifliche Entgelt. Diese orientieren sich an der Länge des Einsatzes in einem Kundenunternehmen.

  • Stufe 1: nach 6 Wochen Einsatzzeit, Branchenzuschlag 4 %
  • Stufe 2: nach 3 Monaten Einsatzzeit, Branchenzuschlag 6 %
  • Stufe 3: nach 5 Monaten Einsatzzeit, Branchenzuschlag 8 %
  • Stufe 4: nach 7 Monaten Einsatzzeit, Branchenzuschlag 16 %
  • Stufe 5: nach 9 Monaten Einsatzzeit, Branchenzuschlag 20 %
  • Stufe 6: nach 15 Monaten Einsatzzeit, Branchenzuschlag 24%

Bis zum Ablauf des Jahres 2017 gilt für diese Entgeltgruppen noch eine Übergangsregelung. Nach einer Einsatzdauer von 6 Wochen beträgt der Branchenzuschlag 1%.

Zuschlag erhöht sich für Zeitarbeitnehmer in Chemiebranche

Zudem wurde vereinbart, dass sich für Zeitarbeitnehmer in der EG 1 und EG 2 der Branchenzuschlag nach neun Monaten im Einsatz erhöht von derzeit 50 % auf 53 %. Diese Anpassung gilt ab 1. Juli 2018.

Branchenzuschläge: Laufzeiten und Hintergrund

Der neue Branchenzuschlagstarifvertrag läuft vom 1. April 2017 bis zum 31. Dezember 2020. Die letzte, 6. Branchenzuschlagsstufe nach dem 15. Einsatzmonat greift für alle Entgeltgruppen erstmalig zum 1. Juli 2018.

Die Anpassungen erfolgen vor dem Hintergrund der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes, die zum 1. April 2017 in Kraft trat. Mit der Anpassung der Branchenzuschläge haben die Tarifvertragsparteien festgelegt, dass mit der stufenweisen Erhöhung in allen Entgeltgruppen ein gleichwertiges tarifvertragliches Entgelt erreicht wird. Die Tarifvertragsparteien haben mit diesem Abschluss die im Gesetz vorgesehene Möglichkeit, dass durch tarifvertragliche Regelungen von der strikten gesetzlichen Equal Pay Regelung abgewichen werden kann, umgesetzt. Der Abschluss ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Eingriff in die Tarifautonomie durch gesetzliche Regelungen unnötig ist und die Tarifvertragsparteien die Entgeltstrukturen für ihre Branche auch in Zukunft ohne Einmischung von außen verhandeln sollten.

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