Die Corona-Pandemie hat einen drastischen Digitalisierungsschub ausgelöst. Viele Unternehmen haben ihre Arbeitsabläufe angepasst und sind kurzfristig auf neue Tools und Strategien für die Kommunikation und Zusammenarbeit umgestiegen. Welche Bereiche der Arbeitswelt wird dieser Trend nachhaltig verändern? Und wie kommen Unternehmen langfristig mit dieser Umstellung zurecht? Ein Überblick.

Digitalisierungsschub durch Corona

Der technologische Wandel der Arbeitswelt ist nicht neu. Doch die Geschwindigkeit dieser Entwicklung hat sich seit Beginn der Pandemie enorm erhöht. Viele Unternehmen haben sich dieser Veränderung angepasst und die Möglichkeiten für die sogenannte Remote Work geschaffen. Durch den cloudbasierten Datenaustausch sowie digitale Messenger- und Konferenzsysteme funktioniert das Arbeiten auch in virtuellen Teams produktiv. Das war nicht für alle Unternehmen von vornherein selbstverständlich. Viele mussten sich mit diesen Neuerungen ganz neu vertraut machen. Fast ein Viertel von ihnen hat laut der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung (Q2 2020) digitale Tools zur Kommunikation und Zusammenarbeit in der Pandemie zum ersten Mal eingeführt.

Unternehmen beweisen Veränderungsbereitschaft

Dass diese digitale Umstellung langfristig gelingen kann, dafür spricht die Tatsache, dass sich bereits in den vergangenen Jahren immer mehr Unternehmen mit den neuen Gegebenheiten arrangieren. Die Anzahl der Unternehmen, die mit dem technologischen Fortschritt nicht Schritt halten kann, sinkt merklich. Das zeigt die COVID19-Edition der „Talent Trends“ Studie von Randstad Sourceright:

Digitaler Fortschritt

Die wichtigsten Veränderungen

Die wichtigsten Veränderungen, die in der Arbeitswelt seit 2020 Einzug gehalten haben, betreffen nicht nur Abstimmungsprozesse und Arbeitsabläufe. Auch die Mobilität im Arbeitsalltag wird sich verändern. Insgesamt gibt mehr als die Hälfte der Unternehmen an, dass die Corona-Pandemie den digitalen Wandel in ihrem Unternehmen positiv beeinflusst hat. In der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung (Q2 2020) führen Firmen außerdem folgende zentrale Veränderungen auf:

  • 47% wollen Homeoffice häufiger anbieten
  • 36% nutzen verstärkt digitale Tools zur Zusammenarbeit und Kommunikation
  • 31% setzen künftig verstärkt auf e.learning
  • 61% wollen Dienstreisen dauerhaft reduzieren

Während weit über zwei Drittel der Großunternehmen ab 500 Mitarbeitern mit einer verstärkten Verlagerung der Arbeit in den digitalen Raum rechnen (77%), bleibt die Antwort von kleinen und mittelständischen Unternehmen (bis 49 Beschäftigte) verhalten (22%). In manchen Wirtschaftsbereichen, etwa dem verarbeitenden Gewerbe, ist ortsunabhängiges Arbeiten kaum praktikabel. Kleine Unternehmen kommen häufig ohne virtuelle Besprechungen aus, da dort die persönliche Absprache im Team besser funktioniert als in größeren Belegschaften. Ist Fernarbeit eine sinnvolle Lösung, die zum Geschäftsmodell passt, sind das entsprechende Know-how und die digitale Infrastruktur Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Einsatz.

Flexibles Arbeiten auf dem Vormarsch: Das Homeoffice

Das Homeoffice wurde zur zentralen Antwort auf die Anforderungen in der neuen Normalität mit Corona. Vor dem Ausbruch der Pandemie haben in den Unternehmen, die in der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung befragt wurden, im Durchschnitt 39% der Beschäftigten zumindest zeitweise im Homeoffice gearbeitet. Seit Beginn der Corona-Pandemie stieg dieser Wert auf 61%. Theoretisch könnten sogar insgesamt 80% der Firmen die Arbeit von zu Hause aus anbieten. Neben der Tatsache, dass Homeoffice nicht in jedem Wirtschaftsbereich praktikabel ist, spielen jedoch auch Zweifel über die Produktivität eine Rolle. Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen, in denen Homeoffice zumindest theoretisch umsetzbar ist, erwarten dort einen Leistungsabfall. Nur 40 % der Unternehmen, die an der Produktivität dieses Arbeitszeitmodells zweifeln, haben es auch schon vor der Pandemie angeboten. Seither hat sich die Nutzung von Homeoffice in diesen Unternehmen dennoch fast verdoppelt (72%). Von den Unternehmen, die diesem Arbeitszeitmodell neutral oder positiv gegenüber eingestellt sind, boten es 54% vor und 79% nach der Pandemie an.