Wenn es um das Thema Abmahnung geht, herrscht oftmals Ungewissheit. Aussagen wie „nach der dritten Abmahnung wird gekündigt“ gehören unter anderem zu den größten Mythen.

Rechtmäßigkeit von Abmahnungen

Gründe einen Arbeitnehmer abzumahnen gibt es für Arbeitgeber viele, doch nicht alle machen eine Abmahnung auch rechtlich wirksam. Eine wirksame Abmahnung kann nämlich nur aufgrund eines vertragswidrigen Verhaltens des Arbeitnehmers ausgesprochen werden. Das können beispielsweise häufiges Zuspätkommen oder Missachtung der betrieblich festgelegten Sicherheitsvorkehrungen sein. 

Die Rechtsprechung stellt auch inhaltliche Anforderungen an eine wirksame Abmahnung. Eine Abmahnung muss sowohl die sog. Rügefunktion als auch die sog. Warnfunktion erfüllen. Der Arbeitnehmer muss also auf den konkreten Verstoß gegen seine vertragliche Pflicht, sowie auf Konsequenzen im Falle der Wiederholung des Fehlverhaltens hingewiesen und zur Änderung seines Verhaltens angewiesen werden. Fällt der Mitarbeiter aufgrund desselben Fehlverhaltens erneut negativ im Unternehmen auf, kann er – je nach Schwere der Pflichtverletzung – bereits nach der ersten Abmahnung gekündigt werden. 

Abmahnungen sind ernstzunehmende Warnungen des Arbeitgebers.

Rechte des Arbeitnehmers

Fühlt sich der Arbeitnehmer zu unrecht abgemahnt, hat er jederzeit die Möglichkeit eine schriftliche Gegendarstellung einzureichen, die anschließend – wie auch die Abmahnung – der Personalakte beigelegt wird. Zusätzlich ist ein Gespräch mit dem Vorgesetzten empfehlenswert, um eventuelle Missverständnisse zu klären. Denn schließlich sollten beide Parteien auch noch nach der Abmahnung weiterhin gut miteinander arbeiten können.
Kommt es zu keiner Einigung über die Wirksamkeit der Abmahnung oder sogar zu einer Kündigung, hat der Arbeitnehmer das Recht, das Arbeitsgericht zur Prüfung der Richtigkeit der Abmahnung hinzuziehen.

 

Den Dialog suchen

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