Ob sich Mitarbeiter ihre Informationen nun aus dem „Ferienwiki“ holen, in einschlägigen Serviceportalen recherchieren oder die Tipps von Online-Redaktionen aufgreifen: Lange vor dem Beginn des neuen Jahres besteht schon Klarheit darüber, wann sogenannte Brückentage helfen, mit möglichst wenig Urlaubstagen möglichst lange Freizeit zu gestalten. In allen Firmen, in denen das Prinzip gilt „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, bedeutet daher ein Wissensvorsprung das Privileg der optimierten Urlaubsplanung – und in der Regel Frust und Ärger bei denen, die zu kurz gekommen sind.

Kein Anspruch auf Brückentage

Firmen haben durchaus Möglichkeiten das zu vermeiden. Denn Arbeitnehmer haben nur bedingt einen Anspruch darauf, diese Brückentage nutzen zu dürfen. Das gibt den Verantwortlichen in den Personalabteilungen und Bereichsleitungen einen gewissen Spielraum, um z. B. durch frühzeitige Kommunikation mehr Gerechtigkeit bei der Urlaubsplanung herzustellen. So können sie zum Beispiel ein rotierendes System anregen, damit nicht jedes Jahr die Gleichen von der Option profitieren. Die Akzeptanz eines solchen Vorschlags gilt zudem als Indikator für das innerbetriebliche Klima und die Funktionsfähigkeit von Teams.

Gesetz regelt Anspruch auf Urlaub und seine Länge

Unabhängig von kreativen Eigenkonstruktionen ist für Urlaubsansprüche der Mitarbeiter der § 7 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) maßgeblich:

§ 7 Abs. 1 BUrlG regelt, dass bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen sind, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen. 

Wenn also zu viele Arbeitnehmer zur selben Zeit Urlaub nehmen möchten, wird nach sozialen Kriterien entschieden. Welche Arbeitnehmer Vorrang haben, ist im Einzelfall zu bestimmen. Kriterien für die Entscheidung können z. B. sein: bisheriger Urlaub in besonders beliebten Zeiten, erstmaliger oder wiederholter Urlaub im Kalenderjahr, Urlaubsmöglichkeiten des Partners und der Kinder, Betreuung von Kindern in Ferienzeiten, usw. 

Darüber hinaus sagt der § 7 Abs. 2 BUrlG: Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, dass dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen. Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muss einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen.

Brückentage locken mit langen Wochenenden

Die gesetzliche Regelung des „zusammenhängenden“ Urlaubs kann daher auch als Schutz vor „Brücken-Tag-Jägern“ verstanden werden, die sich viele Kurzurlaube zusammenoptimieren wollen. Das ist vor allem in Jahren zu erwarten, in denen zusätzlich zu den klassischen Donnerstag-Feiertagen Christi Himmelfahrt (Vatertag) und Fronleichnam noch weitere Feiertage jeweils auf einen Donnerstag oder Freitag fallen. Auch ein 1. Mai an einem Mittwoch ist für „lange Wochenenden“ prädestiniert. Das Jahresende mit Weihnachten sowie Silvester/Neujahr jeweils zur Wochenmitte werden Firmen in der Regel gern auch für eine „Betriebsruhe“ nutzen.