Die Luftfahrtbranche gehört zu den Branchen, die von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen wurde. Das gilt auch für die belgische Brussels Airlines. Auch wenn in Belgien ein ähnliches Instrument wie das deutsche Kurzarbeitergeld* existiert, gibt es zum einen Beschäftigte der Airline, die darauf angewiesen sind, ihr Kurzarbeitergeld durch eine zusätzliche Arbeit aufstocken zu müssen, und zum anderen jene, die ihre freie Zeit sinnvoll nutzen möchten. Carlotta Köster-Brons, Leiterin des Hauptstadtbüros von Randstad Deutschland sprach mit Bert Van Rompaey, Head of change and HR bei Brussels Airlines, über die Zusammenarbeit von Randstad und der Airline in Zeiten der Pandemie. 

Die Corona-Pandemie hat die Luftfahrtindustrie hart getroffen. Wie ist die aktuelle Situation von Brussels Airlines und welche Konsequenzen ergeben sich für die Beschäftigten?

Der gesamte Luftfahrtsektor befindet sich in einer tiefen Krise, was unter anderem bedeutet, dass sich in Belgien viele Menschen, die in dieser Branche beschäftigt sind, viele Monate in sogenannter “kurzfristiger Arbeitslosigkeit” befinden. Dies führt zu finanziellen Einbußen der Betroffenen, die aber weiter etwas tun wollen, was nützlich ist. Für viele Menschen mag es in Ordnung sein, für kurze Zeit keine Arbeit zu haben, aber Arbeitslosigkeit über einen längeren Zeitraum ist für einige ziemlich schwer.

Wie kam der Kontakt zwischen Brussels Airlines und Randstad zustande und was haben die beiden Partner als ihr Ziel definiert?

Brussels Airlines suchte nach einer Lösung für das Problem, dass die Menschen einerseits finanzielle Einbußen haben, sich andererseits aber weiter nützlich fühlen wollen. Brussels Airlines möchte aus diesem Grund ihren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, sich nach einer anderen Stelle auf Zeit umzusehen, bis sie ihre Aufgaben bei Brussels Airlines wieder aufnehmen können. Deshalb haben wir uns an einen vertrauenswürdigen Partner gewandt, mit dem wir in anderen Bereichen seit Jahren zusammenarbeiten. Aus diesem Grund ist die Partnerschaft mit Randstad entstanden. Randstad wird die Mitarbeiter von Brussels Airlines zu einer Arbeitsstelle auf Zeit in einer anderen Branche vermitteln. Ziel der Partnerschaft ist es, Arbeitnehmern, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehren wollen, bei der Suche nach einem vorübergehenden Arbeitsplatz zu unterstützen.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen trägt dazu bei, die finanzielle Situation der Beschäftigten deutlich zu verbessern. Wie haben die Mitarbeiter auf die Angebote von Randstad reagiert? Gibt es Branchen, die von den Mitarbeitern von Brussels Airlines bevorzugt werden?

Es ist ausschlaggebend, dass Randstad vor allem berücksichtigt, was die Leute wirklich suchen, denn die aktuellen Umstände sind unterschiedlich. Das Gefühl, als Individuum mit einzigartigen Bedürfnissen behandelt zu werden, ist für unsere Mitarbeiter wichtig, auch in diesen schwierigen Zeiten. Wenn sie dieses Gefühl haben, reagieren sie überwiegend positiv.  

Was die von den Arbeitnehmern gewählten Branchen betrifft, sehen wir eine klare Tendenz zu Arbeitsplätzen im Bereich Kommunikation. Dies betrifft spezifische Positionen im Kundendienst, der Kontaktverfolgung von Covid-Infizierten aber auch der Arbeit  in Supermärkten. Angesichts der gegenwärtigen Umstände haben wir auch festgestellt, dass viele Mitarbeiter Arbeitsplätze attraktiv finden, die es ihnen ermöglichen, von zu Hause zu arbeiten. 

Randstad wird darüber hinaus auch Gespräche mit den Mitarbeitern führen, um ihre Kompetenzen und Fähigkeiten mit den Marktgegebenheiten zu vergleichen. 

Wie lautet Ihr Fazit zur ersten und zweiten Projektphase, die nun begonnen hat?  

Wir helfen wirklich einer Reihe von Arbeitnehmern in einer schwierigen Zeit, sowohl finanziell als auch psychisch. Ich denke, das ist sehr wichtig für diese Menschen.
 

*In Belgien gibt es keine Kurzarbeit wie in Deutschland. Vielmehr wird eine kurzfristige Arbeitslosigkeit seit dem 13.3.2020 flexibler angewandt. Dabei können sich Arbeitstage und Arbeitslosentage abwechseln.

Zur Person
Carlotta Köster Brons

Carlotta Köster-Brons

Leiterin des Hauptstadtbüros

Carlotta Köster-Brons ist Leiterin des Hauptstadtbüros und die nationale CSR-Koordinatorin für Randstad Deutschland. Ihre Aufgabe ist es, mit den verschiedenen Stakeholdern über den umfangreichen Bereich der Personaldienstleistungen in den Dialog zu treten und die Positionen von Randstad im politischen Berlin zu vertreten.