Egal ob Führungskraft mit viel Potenzial oder der langjährige Mitarbeiter, wenn die Kündigung ohne Vorwarnung kommt, macht sich Ratlosigkeit breit. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über die folgenden Punkte:

 

5 mögliche Kündigungsgründe

Gestern war sie noch der Star der Abteilung, immer da und mit fantastischen Perspektiven. Am nächsten Tag reicht sie die Kündigung ein. Unvermittelte und überraschende Kündigungen schockieren häufig Vorgesetzte, Personalabteilungen und Kollegen. Die Fragen nach dem Warum und Wieso beschäftigen immer wieder die Personalverantwortlichen und Führungskräfte, denen plötzlich wichtige Mitarbeiter abhandenkommen.

Eine unerwartete Kündigung ist nicht immer direkt ein Zeichen, dass das Personalmanagement gescheitert ist. Sie ist auch als Ausdruck eines Wandels des Mitarbeiters zu verstehen. Fünf Gründe, die Ursache der Kündigung sein können:

  • Fehlende berufliche Perspektiven, z. B. durch die Übernahme von mehr Verantwortung und neuen Aufgaben oder durch eine Beförderung
  • Unausgewogene Work-Life-Balance
  • Besseres Jobangebot von einem anderen Unternehmen (mit mehr Verantwortung, neuen Aufgaben und/oder einer besseren Bezahlung)
  • Mangelhafte interne Kommunikation (u. a. zu Veränderungen im Unternehmen und der wirtschaftlichen Situation)
  • Veränderungen im Leben, die beispielsweise die Familienplanung betreffen oder berufliche Entwicklungen beim Partner

Es lohnt sich also grundsätzlich eine Vielzahl unterschiedlicher Einflüsse zu bedenken, die eine solche Kündigung auslösen. Dabei ist es wichtig, zunächst festzustellen, ob es sich um eine Kündigung aufgrund von Arbeitsinhalten und -bedingungen handelt oder aufgrund privater Faktoren.

Mitarbeiterin verlässt Unternehmen

 

Richtig auf plötzliche Kündigungen reagieren

Manche Personaler und Vorgesetzte verfallen nach einer Kündigung in eine Art blinden Aktionismus und wollen jene Mitarbeiter zum Bleiben überreden. Dies birgt jedoch mehr Gefahren als Chancen, da sich der Mitarbeiter unter Druck gesetzt fühlen könnte und dies ein sachliches Gespräch unmöglich macht.

Statt also zu versuchen, den Mitarbeiter um jeden Preis zu halten, ist Zurückhaltung gefragt. Am besten ist es, nach dem ersten Kündigungsgespräch etwas Zeit zu gewinnen. Wichtig ist, dass sich Personaler und Vorgesetzte auf eine gemeinsame Linie einigen und in einem zweiten Termin mit dem Kündigenden über Motive und Hintergründe sprechen. Gehalt spielt in den wenigsten Fällen die ausschlaggebende Rolle. Oft sind es auch fehlende Perspektiven und Anerkennung.

Tipp: Sollte man sich im Anschluss auf die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses einigen, sollte dies mit Vorsicht geschehen. Dynamiken wie, „man muss nur kündigen, um seine Anforderungen durchzusetzen“, schaden auf lange Sicht der Unternehmenskultur und auch der Arbeitgebermarke.

 

Überraschende Kündigungen vermeiden

Die Vielfalt der möglichen Faktoren macht es unmöglich, Kündigungen vollständig zu verhindern. Das Retention Management bietet jedoch eine Möglichkeit, dem vorzubeugen. Ziel ist es, dass die leistungsfähigen und leistungsbereiten Mitarbeiter im Unternehmen verbleiben.

Beim Retention Management gehen die Personalverantwortlichen auf die geschilderten, unterschiedlichen Motive für Fluktuation frühzeitig ein und entwickeln Gegenstrategien, z. B. um Mitarbeiter stärker in das Unternehmen einzubetten. Dazu gehören auch Mitarbeitergespräche, in denen über Probleme und Wünsche sowie Zielsetzungen offen gesprochen wird. Dennoch hat auch dieses Vorgehen seine Grenzen. Wenn es um das Privatleben und Veränderungen in diesem Bereich geht, kann das Unternehmen nicht immer nachsteuern oder vorbeugen.

 

Fazit: Mitarbeitergespräche als A und O

Wie geht man nun damit um, dass weitere Mitarbeiter ihre Situation kritisch hinterfragen? Ein erster Schritt in der Prävention sind die Mitarbeitergespräche. Zudem sollten spontane Reaktionen vermieden werden. Wichtig ist im Falle von Kündigungen, das Gespräch mit dem Mitarbeiter zu suchen und gemeinsam abzustimmen, wer Kollegen die Nachricht überbringt und was genau kommuniziert werden soll.