Die Qual der Wahl hat ihre Richtung gewechselt: Heute bewerben sich nicht mehr Dutzende Azubis auf eine Ausbildungsstelle. Vielmehr können sich Unternehmen glücklich schätzen, wenn sie Bewerber für ihre Ausbildungsangebote finden. 

Wer es schafft, alle offenen Ausbildungsplätze zu besetzen, gilt als Top Ausbildungsbetrieb. Doch was macht einen Betrieb attraktiv für Azubis? 

Berufliche Ausbildung
Berufliche Ausbildung

Individuelle Betreuung statt standardisierte Prozesse

Schul- und Universitätsabgänger treten mit wachsenden Ansprüchen an ihren Arbeitgeber und Ausbilder heran. Das führt dazu, dass standardisierte Verfahren ihren Nutzen verlieren. Wer als Top Ausbildungsbetrieb wahrgenommen werden will, punktet mit individualisierten und an den Fähigkeiten und Wünschen der Nachwuchskräfte orientierten Angeboten. Das gilt nicht nur beim Recruiting, sondern setzt sich während der ganzen Ausbildung fort – bis hin zum weiterführenden Karriereplan an deren Ende.

Freizeit ist keine Nebensache mehr

Die Vorstellungen von Berufsanfängern unterscheiden sich nicht mehr von jenen langjähriger Mitarbeiter. Alles, was im Zuge von Work-Life-Balance und Employer Branding in den Mittelpunkt der Personalarbeit gerückt ist, zählt verstärkt auch schon beim Nachwuchs. Jugendliche verbringen viel Freizeit beim Sport und in sozialen Netzwerken. Familie hat für viele von ihnen einen hohen Stellenwert.

Berufsbilder allein geben keine Perspektive

Folgende Entwicklung stellt ebenfalls das traditionelle Berufseinstiegsverfahren infrage: Viele klassische Ausbildungsberufe wie etwa der „Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme“ leiden darunter, dass sie Jugendlichen entweder zu langweilig erscheinen oder sie in der Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft zu stark einzuschränken scheinen – auch weil die akademische Komponente fehlt. 

Obwohl die zuständigen Gremien die Inhalte der Ausbildungsprofile immer wieder aktualisieren und ergänzen, entscheiden bei der Berufswahl die unmittelbare Begrifflichkeit und die öffentliche Wahrnehmung. Das war vor Jahrzehnten beim „Lokomotivführer“ nicht anders als heute. Aus diesem Grund erhalten Berufe gerne neue Namen. So wurde aus dem Technischen Zeichner beispielsweise der Technische Produktdesigner. 

Gleichzeitig sorgen die Zunahme der Medienkanäle und der gleichzeitige Mangel an attraktiv präsentierbaren „Job-Influencern“ dafür, dass viele Berufe keine Bühne in den Medien erhalten. Darum gibt es keine TV-Show „Germany’s Next Top-Dachdecker“ oder „Deutschland sucht den Super-Spengler“.

Örtliche Nähe als Chance für Arbeitgeber

Gerade kleineren und mittleren, regional verankerten Unternehmen bietet sich aber eine gute Chance, auf sich aufmerksam zu machen und als Top Ausbildungsbetrieb zu präsentieren. Sie profitieren von der gewünschten örtlichen Nähe wie auch dem unmittelbaren Bekanntheitsgrad „in der Nachbarschaft“. So werden sie von den Jugendlichen während ihrer Berufsorientierungsphase besser wahrgenommen. Dabei liegen nicht nur Praktika und Ferienjobs als probate Mittel auf der Hand. Unternehmen, die das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter fördern, werden im Ort als besonders attraktive Arbeitgeber wahrgenommen.

Mitarbeiter zu Botschaftern machen

Mitarbeiter, die in Organisationen oder Vereinen tätig sind oder als familiärer Ansprechpartner wirken, eignen sich für den Transport von Berufsbildern und -chancen nach außen. Insider sind besonders wertvoll wenn es darum geht, jungen Menschen den Unterschied zwischen den theoretischen Rahmenbedingungen einer Ausbildung und den tatsächlichen Möglichkeiten im Betrieb und für die eigene Karriere vor Augen zu führen. 

Diesen Insidern kommt die Rolle eines Vorbilds zu. Sie sind ein echtes Beispiel für die Möglichkeiten, die ein Ausbildungsberuf mit sich bringt. Dass sie sich dieser Vorbildfunktion bewusst werden und sie bewusst leben, kann Einfluss auf die Entscheidungen bei der Berufs- und Arbeitgeberwahl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen. Dafür ist allerdings eine entsprechende Unterstützung durch ihren Betrieb empfehlenswert – eine neue Herausforderung sowohl für die Personal- wie die Kommunikationsabteilungen.

Gewohnte Pfade verlassen

Dorthin zu gehen, wo sich die Zielgruppe aufhält, erfordert mitunter, neue Wege zu gehen. Das Ausprobieren neuer Kommunikationskanäle in den sozialen Medien, zum Beispiel TikTok, kann Betriebe bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekannter machen und Interesse wecken. Spezialisierte Agenturen oder social-media-affine Mitarbeiter können hier unterstützen und einen wertvollen Beitrag leisten. Unternehmen sollten darauf achten sich authentisch zu präsentieren.

Beispiel: Randstad auf TikTok

Randstad setzt bei TikTok primär darauf, die Markenbekanntheit in der jungen Zielgruppe deutschlandweit zu erhöhen. In kurzen Videosequenzen mit Tipps und Tricks zur Berufswelt, Karriere, Gehalt, Vorstellung von Ausbildungsberufen und Lifestyle gibt Randstad Wissen weiter. Das Team dahinter besteht aus jungen Randstad Kolleginnen und Kollegen, die Clips aufnehmen und den Kanal eigenverantwortlich betreuen.

Jetzt in den Randstad TikTok-Kanal reinschauen!

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