Als flexibles Instrument zur Personalplanung hat sich Zeitarbeit bei Unternehmen aller Größen und Branchen bewährt. Mit dem neuen Gesetz, das seit Anfang April 2017 gilt, ist eine umfassende Vorbereitung von Einsätzen noch wichtiger geworden.

  • Zeitarbeit unterstützt Unternehmen als bewährtes Instrument für flexible Personalplanung
  • Neuregelung bei Überlassungs-Höchstdauer und Equalpay fordert präzisere Vorbereitung von Einsätzen.
  • Frühe und regelmäßige Gespräche mit dem Personaldienstleister erleichtern eine präzise und wirtschaftliche Lösung im Bedarfsfall

Um ihren Personalbedarf zu sichern, arbeiten viele Unternehmen mit Personaldienstleistern zusammen. Die „Arbeitnehmerüberlassung“ gilt seit vielen Jahren eine treibende Kraft für mehr Dynamik am Arbeitsmarkt. Mit der richtigen Vorbereitung fügt sich der Einsatz von Zeitarbeit reibungslose ins Gefüge eines Unternehmens ein. Hier gilt es vor allem, die seit dem 1. April 2017 geltende neue Form des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) zu berücksichtigen. Damit verbunden ist die die Einführung einer Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten* und Equal Pay** nach neun Monaten.

Bedarf für kurzfristige Beweglichkeit nimmt weiter zu

Warum Zeitarbeit für Unternehmen grundsätzlich eine Überlegung wert ist, ergibt sich aus dem wachsenden Bedarf nach mehr Flexibilität in der Personalplanung. Diese steht in direktem Gegensatz zum Wunsch der Firmen, ihr Geschäft möglichst langfristig zu planen. Der Druck der Märkte und des Wettbewerbs schränken hier die angestrebte Konstanz ein, fordern mehr kurzfristige Beweglichkeit. Um die feste Größe „Stammpersonal“ bei Bedarf zu unterstützen, zum Beispiel bei Auftragsspitzen und Kapazitätsschwankungen, liefert die Arbeitnehmerüberlassung auf Zeit eine praxisnahe Lösung.

In welchen Fällen lohnt es sich für Unternehmen, das Instrument Zeitarbeit zu nutzen?

  • Bei Auftragsspitzen und Kapazitätsschwankungen,
  • zusätzlichem Bedarf an Personal und Know-how zur Umsetzung von Projekten und Innovationen sowie
  • Personalengpässen aufgrund von Krankheit, Mutterschutz Elternzeit oder Urlaubsphasen

dient sie Unternehmen als flexibel anpassbares Instrument, um Abhilfe zu schaffen.

Umfassende Klärung der Rahmenbedingungen

In der gemeinsamen Vorbereitungsphase für den Einsatz von flexiblem Personal erhält der Personaldienstleister für die Suche nach geeigneten Kandidaten vom Auftraggeber präzise Angaben unter anderem dafür, welche Qualifikationen zu besetzen sind, welche Anforderungen die Tätigkeiten mit sich bringen und wie viel flexibles Personal für welchen Zeitraum benötigt wird. Je genauer diese Punkte vorab festgehalten werden, desto effizienter kann die Personalsuche erfolgen. Für diese Vorab-Planung hat sich ein Vorgehen nach Checkliste bewährt:

Höhere Sorgfaltspflicht bei der Einsatzplanung

Da sich der Bedarf für flexibles Personal neben abseh- und planbaren Ereignissen mitunter auch kurzfristig ergeben kann, sollten Personalverantwortliche und -planer in den Kundenunternehmen so früh wie möglich das Gespräch mit einem Personaldienstleister suchen. Insbesondere wegen der neuen AÜG-Regelungen empfiehlt sich eine umfassende Analyse von Bedarf und Lösungsmöglichkeiten. Denn damit ist eine noch höhere Sorgfaltspflicht in punkto Einsatzplanung und Formalitäten gefordert als bisher. Unternehmen, die Zeitarbeitnehmer beschäftigen wollen, sollten für einen erfolgreichen Einsatz unbedingt folgende Punkte klären:

  • Wendet der Personaldienstleister einen gültigen Tarifvertrag an?
  • Gilt für mein Unternehmen ein Branchenzuschlagstarifvertrag, der die Verpflichtung zur Zahlung von Equal Pay nach neun Monaten aufhebt und nach spätestens 15 Monaten ein tarifvertragliches Äquivalent dazu vorsieht?
  • Wie stellt der Personaldienstleister sicher, dass die Fristen eingehalten werden?
  • Welche Entgeltleistungen und Sachbezüge müssen zu Equal Pay herangezogen werden?

* Ein Zeitarbeitnehmer darf nur noch 18 Monate bei ein und demselben Kundenunternehmen beschäftigt sein. Abweichungen hiervon sind möglich, aber nur für Kundenunternehmen, die einen Tarifvertrag anwenden, der dies explizit vorsieht oder durch Betriebsvereinbarungen ausweitbar ist.
** Nach neun Monaten Einsatz in ein und demselben Kundenunternehmen erhalten Zeitarbeitnehmer das gleiche Entgelt wie Stamm-Mitarbeiter in vergleichbarer Position. Equal Pay bedeutet in dem Fall auch: Für im Kundenbetrieb gewährte Sachleistungen soll ein finanzieller Wertausgleich erfolgen.