Zweifellos unterzieht die derzeit weltweite Corona-Krise den Begriff der Nachhaltigkeit einem Stresstest der besonderen Art. Vor diesem Hintergrund erfordert das Thema Nachhaltigkeit der Beschäftigung heute eine viel grundsätzlichere Betrachtung: Ging es in der Debatte bisher vor allem um die Frage nach Dauer und Art der Beschäftigung sowie deren Entlohnung, dreht sie sich aktuell eher darum, wie sich Beschäftigung weitgehend unbeschadet aufrechterhalten lässt. Dabei birgt jede Krise auch Chancen in sich.

Systemrelevante Bereiche erhalten notwendige Aufmerksamkeit

Schon jetzt lassen sich in Bezug auf die Nachhaltigkeit aus der Corona-Krise zwei Lehren ziehen: Zum einen, dass es sogenannte systemrelevante Bereiche gibt, deren Erhalt zwar lebenswichtig ist, deren Jobs aber bislang im politisch-gesellschaftlichen Diskurs allenfalls am Rande eine Rolle spielten. Es geht um Lebensmittelhändler, Landwirte, Reinigungspersonal sowie die vielen Menschen, die im Kontext der Gesundheitsversorgung tätig sind. Eine gewisse Ausnahme stellt lediglich die Pflege dar, über deren Missstände auch schon vor Corona breit diskutiert wurde – freilich, ohne dass sich an der Situation der Beschäftigten groß etwas geändert, geschweige denn verbessert hätte.

Nachhaltigkeit durch Beschäftigungssicherheit und Digitalisierung

Damit hat auch das Thema Nachhaltigkeit eine in zweierlei Hinsicht neue Bedeutung gewonnen. Die Krise zeigt zum einen, wie wichtig es ist, genügend Beschäftigte in Bereichen zu haben, die der Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens beziehungsweise der Existenzsicherung dienen. Und sie macht zum anderen deutlich, wie sehr die Digitalisierung dazu beiträgt, Beschäftigung zu sichern oder gar erst zu ermöglichen.

Der Artikel von Dr. Christoph Kahlenberg ist in voller Länge im Whitepaper “Nachhaltige Arbeit” erschienen. Den Beitrag finden Sie unter „Unternehmen, Arbeitsmarkt & Soziales“. Hier geht’s zum kostenfreien PDF-Download:

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Dr. Christoph Kahlenberg

leiter der randstad akademie

Dr. Christoph Kahlenberg studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie und promovierte im Bereich Medienwissenschaft. Seit 2008 ist er Leiter der Randstad Akademie, die kontinuierlich Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote für die Mitarbeiter im Kundeneinsatz entwickelt. Vorher war er bei Randstad über zehn Jahre als Niederlassungsleiter tätig.