Deutschland verlässt gemeinsamen Weg bei der Bekämpfung von Corona

Kommentar von Carlotta Köster-Brons, Leiterin des Randstad Hauptstadt Büros, zur Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder am 06.05.2020

Deutschland hat die Corona-Pandemie bis zum heutigen Tag beispielhaft gemanaged. Klare Regelungen, eine große Disziplin der Bevölkerung, ein stabiles Gesundheitssystem und ein gut aufgestelltes öffentliches System haben dazu beigetragen, dass uns die schrecklichen Erfahrungen anderer Länder bis jetzt erspart geblieben sind.

Die gestrige (6.5.2020) Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder hat nun aber einen Strategiewechsel zu der bisherigen Vorgehensweise beschlossen. Zukünftig wird es in Deutschland einen Flickenteppich an unterschiedlichen Regelungen im Umgang mit der Pandemie geben, denn die Länder dürfen jetzt selbst entscheiden, wie viele Menschen sich treffen dürfen, wann ein Freibad eröffnen darf, wann der nächste Besuch im Tattoostudio möglich sein wird und viele andere Detailfragen mehr, die die Bürger im Einzelnen interessieren. Deutschland hat somit leider die Chance verspielt, eine einheitliche Ausstiegsstrategie zu verabschieden. Zu früh sind, aus wahlkampftaktischen Gründen, einzelne Bundesländer ausgeschert und haben bereits im Vorfeld der Sitzungen ihre neuen individuellen Wege kommuniziert. Dabei wurde leider nicht einmal der Versuch gestartet, zumindest für die Kindergartenkinder und Schülerinnen und Schüler eine bundeseinheitliche praktikable Lösung zu finden. Für Unternehmen, die deutschlandweit agieren, heißt es seit gestern, dass sie sich in 16 verschiedene Landeskonzepte einarbeiten müssen, um genau zu wissen wann was in welchem Bundesland zukünftig wieder und in welcher Form erlaubt sein wird. Diese uneinheitliche Regelung wird den Herausforderungen, die vor uns liegen, nicht gerecht. Der Rückfall in kleinstaatliches Denken ist sowohl für die Menschen in ihrem individuellen Alltag als auch für die Wirtschaft kontraproduktiv und hinderlich.  

Es zeigt sich seit dem gestrigen Tag umso deutlicher, dass die von Randstad, Adecco und Manpower gestartete Initiative “Safely back to work in a new normal”, die weltweite gute Unternehmensbeispiele im Umgang mit der Pandemie pro bono zur Verfügung stellt, ein gutes Instrument ist, um als Unternehmen sicher zu agieren.  
 

Über die Autorin

Carlotta Köster Brons

Carlotta Köster-Brons ist Leiterin des Randstad Hauptstadtbüros. Ihre Aufgabe ist es, mit den verschiedensten Stakeholdern über den umfangreichen Bereich der Personaldienstleistungen in den Dialog zu treten und die Positionen von Randstad im politischen Berlin zu vertreten.