Was ist ein Diversity Council? Und welche Rolle übernimmt das Gremium bei Randstad? Ihre Erfahrungen zur Umsetzung einer Diversity-Strategie teilt Carlotta Köster-Brons, Leiterin des Randstad Diversity Council, im Interview.

Carlotta Köster-Brons, Randstad
Carlotta Köster-Brons, Randstad

Liebe Frau Köster-Brons, seit wann ist das Diversity Council bei Randstad aktiv?

Das Diversity Council besteht bei Randstad schon seit 2014. Damit gehörten wir in Deutschland mit zu den ersten Unternehmen, die sich in diesem Format mit dem Thema Diversität auseinandergesetzt haben.

Wie setzt sich Ihr Gremium zusammen? Was ist die Idee hinter der Besetzung Ihres Teams?

Aktuell besteht das Concil aus 17 Teilnehmenden. Das ist eine sinnvolle Arbeitsgröße, auch um Diskussionen zu ermöglichen. Es ist eine gute Mischung aus internen Spezialistinnen und Spezialisten, die zum Teil auch eine persönliche Nähe zum Thema Diversität haben.

Es war uns von Anfang an wichtig, viele verschiedene Blickwinkel in die Arbeit des Councils zu integrieren. Daher haben wir auf eine sehr diverse Zusammensetzung gesetzt. Im Council engagieren sich Kolleginnen und Kollegen aus dem Vertrieb, der Randstad Stiftung, der Kommunikation, aus den Bereichen HR und Market Intelligence and Analytics. Aber auch Prozessmanager und Mitarbeitende aus den Abteilungen Social und Public Affairs gehören zum Kern des Councils. Um unser Blickfeld zu erweitern, laden wir zu ausgewählten Terminen externe Referenten ein, mit denen wir einzelne Themen intensiv diskutieren.

Welche Schwerpunkte haben Sie sich mit dem Diversity Council gesetzt?

Die jährlichen Schwerpunkte legen wir gemeinsam im Council fest. Dabei konzentrieren wir uns auf die Bereiche, in denen wir uns verbessern wollen. Wir orientieren uns aber auch an festen Terminen, wie dem Diversity-Tag, dem Internationalen Frauentag und dem Internationalen Tag gegen Homophobie, um nur einige Beispiele zu nennen. Unser Ziel besteht darin, auf Themen aufmerksam zu machen, Sachverhalte zu erklären und Prozesse zu verbessern. Deshalb ist es wichtig, dass das Council so breit aufgestellt ist. Damit stellen wir sicher, dass wir mit unseren Themen die Organisation auch wirklich durchdringen.

Das Diversity Council hat das Ziel, Nachhaltigkeit und Diversität in der Randstad Gruppe Deutschland zu fördern. Wie gelingt das?

Aus meiner Sicht steht an erster Stelle, die Kolleginnen und Kollegen umfassend über ein Thema aufzuklären. Es ist wichtig, dass alle verstehen, warum zum Beispiel Menschen mit einer Behinderung unser Unternehmen bereichern, wieso Frauen in Führungspositionen einen notwendigen Blickwinkel mit in unsere Abläufe einbringen und wie es sich für eine lesbische Kollegin anfühlt, wenn sie aus Angst vor Ablehnung nicht offen über ihr Privatleben sprechen kann. Es geht uns im Council um Offenheit. Aber Offenheit ist nur da möglich, wo das Anderssein auch verstanden und wirklich wertgeschätzt wird.

Wie hat sich das Diversity Council im Unternehmen bereits eingebracht?

Das Council schiebt Prozesse an, wie zum Beispiel unsere Teilnahme am Frauen Karriere Index (FKI). Der FKI hat u. a. untersucht, wie gut wir beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind. Wir haben im Rahmen der Analyse auch ein Feedback dazu bekommen, wie wir die berufliche Entwicklung von Frauen weiter verbessern können.

Welche Erfahrungen haben Sie auf Ihrem Weg hin zu mehr Vielfalt bereits gesammelt?

Oft sind es gar nicht die großen Maßnahmen, die notwendig sind, sondern kleine Stellschrauben, wie zum Beispiel eine bessere Kommunikation über unsere Angebote. Und ich persönlich schätze es sehr, wenn ich etwas über Themen lernen kann, die mich selbst nicht betreffen. So hat mich beispielsweise unser Awareness-Workshop sehr beeindruckt, den wir mit unserem Kooperationspartner PROUT AT WORK organisiert haben. Das Thema: „Was hat sexuelle Orientierung mit dem Arbeitsplatz zu tun?”. Das war für mich ein wichtiger Schritt zu verstehen, wie vielschichtig das Thema sexuelle Identität ist.

Wo sehen Sie weiterhin wichtige Handlungsfelder?

Der nächste Schritt ist die Implementierung von KPIs, also Schlüsselkennzahlen. Bei den Themenfeldern Diversity und Nachhaltigkeit können wir unsere Ziele besser erreichen, wenn wir mit klaren Zielvorgaben arbeiten. Wir wollen unsere Vorreiterrolle in unserer Branche bei diesen beiden wichtigen Themen weiter ausbauen.

Wie schätzen Sie die Bedeutung eines solchen Gremiums ein, für den Fortschritt in der deutschen Wirtschaft und Unternehmenslandschaft hin zu mehr Vielfalt und Gleichberechtigung?

Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass ein diverses, interdisziplinäres Gremium wie unser Diversity Council Veränderungen sehr viel schneller anschieben kann, als es eine einzelne Abteilung kann. Am Ende des Tages muss jedes Unternehmen seinen eigenen Weg finden, individuelle Lösungen entwickeln, um Vielfalt und Gleichberechtigung zu implementieren. Fakt ist, dass es ohne Diversität nicht mehr geht. Denn die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens, die Mitarbeiterzufriedenheit und die Kundenzufriedenheit sind dann am größten, wenn wir das Beste, das jeder Mensch mitbringt, nutzen. Das funktioniert nur, wenn wir einander wirklich offen und interessiert begegnen.

Zur Person
Carlotta Köster Brons
Carlotta Köster Brons

Carlotta Köster-Brons

Leiterin des Hauptstadtbüros

Carlotta Köster-Brons ist Leiterin des Hauptstadtbüros und die nationale CSR-Koordinatorin für Randstad Deutschland. Ihre Aufgabe ist es, mit den verschiedenen Stakeholdern über den umfangreichen Bereich der Personaldienstleistungen in den Dialog zu treten und die Positionen von Randstad im politischen Berlin zu vertreten.