Fachkräfte werden derzeit überall händeringend gesucht. Aber was, wenn trotz hunderter Stellenanzeigen der perfekte Job nicht dabei ist? Hier sind sechs Tricks, mit denen Sie mit Ihrer Initiativbewerbung erfolgreich sind. 

Frau bei einem Vorstellungsgespräch

Die gute Nachricht: Initiativbewerbungen führen häufig zu einem Bewerbungsgespräch. Es hinterlässt Eindruck, wenn Bewerber nicht auf Stellenanzeigen warten. Aber genau das macht die Initiativbewerbung auch anspruchsvoller als die klassische Bewerbung. Wir verraten, wie es geht. 

  1. Vorher ausführlich informieren
    Mehr noch als bei anderen Bewerbungen gilt: Eine gute Initiativbewerbung sollte erkennen lassen, dass sich Bewerber vorher ausführlich mit dem Unternehmen beschäftigt haben. Daher ist es wichtig für Sie, sich erst einmal umfassend zu informieren. Dazu dient nicht nur der Internetauftritt des Unternehmens, sondern auch Social Media, Berichte in der (Fach-)Presse und Erfahrungsberichte von Mitarbeitern. Arbeitgeber möchten sich sicher sein, dass sie und ihre Tätigkeit verstanden worden sind. 
  2. Die eigene Position im Unternehmen erkennen
    Dazu gehört zunächst die Frage: In welcher Position möchten Sie überhaupt tätig sein? Business-Netzwerke wie LinkedIn und Xing sind nützlich, um konkrete Stellenbeschreibungen im Unternehmen zu recherchieren. Daraus ergeben sich meist weitere sehr nützliche Informationen: Wie nennt sich Ihre Position bei Ihrem Wunsch-Arbeitgeber überhaupt? Wer arbeitet dort aktuell? Welchen beruflichen Hintergrund und welche Fähigkeiten bringen diese Personen mit? Auf diese Weise können Sie sich selbst in der Unternehmensstruktur verorten. Außerdem können Sie so schon einmal einzelne Stärken notieren, die Sie später in der Bewerbung und im Lebenslauf besonders betonen möchten. 
  3. Einen persönlichen Kontakt knüpfen
    Idealerweise kennen Sie bereits jemanden, der bei Ihrem zukünftigen Arbeitgeber beschäftigt ist. Messen sind eine gute Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Ansonsten hilft die Online-Recherche dabei, gute Kontaktpersonen zu finden – beispielsweise mögliche zukünftige Vorgesetzte. Auch wenn es Überwindung kostet, ist ein Anruf eine sehr gute Möglichkeit, mehr zu erfahren und sich ins Gespräch zu bringen. Nach dem Telefonat freut sich der Arbeitgeber hoffentlich darauf, Ihre Bewerbung zu sehen und mehr über Sie zu erfahren. Daher sollte die Bewerbung eingehen, wenn die Erinnerung an die Kontaktaufnahme noch frisch ist. 
  4. Ein aussagekräftiges Anschreiben formulieren
    Damit die Bewerbung im Unternehmen an der richtigen Stelle landet, sollte die Betreffzeile die angestrebte Position bereits klar benennen und deutlich machen, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Danach geht es vor allem um zwei Fragen: Warum bewerben Sie sich bei diesem Unternehmen? Und wie können Sie dem Unternehmen weiterhelfen? 
    Argumentieren Sie dabei positiv, nicht negativ: „Ich möchte nicht mehr pendeln“ ist ein schwächeres Argument als „Ich möchte bei einem innovativen Unternehmen in der Region arbeiten“. Alleinstellungsmerkmale wie etwa Innovation oder interessante Tätigkeitsfelder sind für Arbeitgeber nachvollziehbare Gründe für einen Jobwechsel – insbesondere, wenn Sie sie stimmig mit eigenen Stärken, Erfahrungen und Skills verknüpfen können. 
  5. Den Lebenslauf abstimmen
    Zu lange Lebensläufe sind aus der Mode gekommen. Wenn Sie bereits mitten im Berufsleben stehen, muss der Arbeitgeber nicht wissen, wo Sie zur Schule gegangen sind. Daher lohnt es sich, den Lebenslauf auf die Position und das Unternehmen zuzuschneiden. Ihren vollständigen Lebenslauf können Sie zusätzlich online zugänglich machen. 
    Bei einer Initiativbewerbung haben Sie leider keine Stellenanzeige und damit auch keine Liste von Kompetenzen, die Sie „abhaken“ müssen. Hier hilft es wieder, auf Business-Netzwerken zu recherchieren.  Dabei zeichnen sich Aspekte ab, die auf Ihrer Position von Ihnen erwartet werden – und individuelle Stärken, die durch Sie dazukommen und die das Unternehmen weiterbringen können. Stellen Sie möglichst konkrete Tätigkeiten in den Vordergrund. Arbeitgeber können sich beispielsweise unter „Planung des Messeauftritts von 2012-2016“ mehr vorstellen als unter „Eventmanagement“.
  6. Geduld beweisen
    Das Unternehmen passt zu Ihrem Profil, die Kontaktaufnahme lief gut und die Bewerbung ist überzeugend – aber aktuell gibt es einfach keine Kapazitäten? Initiativbewerbungen erfordern manchmal einen langen Atem. Es lohnt sich, sich auch nach der Bewerbung regelmäßig ins Gespräch zu bringen. Dabei sollte vor allem das ernsthafte Interesse am Unternehmen im Vordergrund stehen. Dadurch werden Sie vielleicht berücksichtigt, wenn doch unerwartet eine Stelle frei wird. Auf jeden Fall sollte der durch die Bewerbung entstandene Kontakt gepflegt werden. Denn eine gut gemachte Initiativbewerbung hinterlässt auf jeden Fall Eindruck.

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