Von einer gesetzlichen Krankenkasse in eine andere zu wechseln ist nicht schwer. Wer darüber nachdenkt, sollte sich zuvor jedoch diese Fragen stellen:

 

Wann ist es sinnvoll, die Krankenkasse zu wechseln?

Bei einem Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse ist es sinnvoll, vorab zu vergleichen, wie es um Beiträge, Leistungen und Service steht. Oft sind hohe Zusatzbeiträge ein Grund für den Wechsel. Es empfiehlt sich jedoch, eine Pro- und Contra-Liste aufzustellen. Dieser Vergleich ist hilfreich bei der Entscheidungsfindung:

  • Zusatzbeitrag:
    Vergleichen Sie die Höhe des Zusatzbeitrags Ihrer aktuellen Krankenkasse mit alternativen Angeboten.
  • Zusatzleistungen:
    Wägen Sie ab, ob sich ein höherer Zusatzbeitrag lohnt, wenn die Kasse freiwillige Zusatzleistungen wie z. B. Zuschüsse für eine professionelle anbietet. Stellen Sie eine Vergleichsrechnung auf.
  • Service:
    Telefon-Service rund um die Uhr, persönlicher Ansprechpartner oder zusätzlicher Vermittlungsservice bei der Facharzt-Suche? Vergleichen Sie die Service-Leistungen der Krankenkassen miteinander.

 

Welche Voraussetzungen sind für einen Krankenkassenwechsel nötig?

Von einer gesetzlichen Krankenkasse in eine andere gesetzliche Krankenkasse zu wechseln, ist im Grunde immer möglich. Zu beachten ist:

  • Ein Wechsel ist erst nach 18 Monaten Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung möglich.
  • Nach dem Wechsel sind Mitglieder für 18 Monate an die neue Krankenkasse gebunden.

 

Wie lang ist die Kündigungsfrist?

In der Regel beträgt die Kündigungsfrist bei einer gesetzlichen Krankenversicherung 2 Monate bis zum Monatsende.

Beispiel: Wer bis zum 31. Dezember seine aktuelle Krankenversicherung kündigt, kann zum 1. März in die neue Krankenversicherung wechseln.

 

Darf die Krankenkasse nein sagen?

Gesetzliche Krankenkassen dürfen niemanden aufgrund von Alter oder Gesundheitszustand abweisen. Jedoch gelten für Privatversicherte Einschränkungen beim Wechsel.

 

Krankenkassenwechsel: Schritt für Schritt

Wenn Sie sich für einen Krankenkassenwechsel – und somit für eine neue Krankenkasse – entschieden haben, dann kommen Sie mit diesen 4 Schritten zum Ziel:

  1. Bei der alten Krankenkasse kündigen
    Bei vielen Krankenkassen ist eine schriftliche Kündigung nötig, um die Mitgliedschaft zu beenden. Vergessen Sie nicht, die Versichertennummer und das Kündigungsdatum anzugeben – und zu unterschreiben. Bitten Sie idealerweise um eine schriftliche Bestätigung.
  2. Bestätigung der Krankenkasse abwarten
    Wenn die Krankenkasse das Kündigungsschreiben erhält, muss sie Ihnen binnen 14 Tagen den Kündigungseingang schriftlich bestätigen. Falls Sie keine Rückmeldung erhalten, fragen Sie nach.
  3. Anmeldung bei der neuen Krankenkasse
    Um einer neuen Krankenkasse beizutreten, müssen Sie einen formlosen Antrag stellen. Setzen Sie ein Schreiben auf mit Namen, Adresse, bisheriger Krankenversicherung sowie gewünschtem Eintrittstermin und erklären Sie, dass Sie der neuen Krankenkasse beitreten möchten. Legen Sie eine Kopie der Kündigungsbestätigung der alten Krankenkasse bei.
  4. Bescheinigung des erfolgreichen Beitritts
    Wenn der Wechsel geklappt hat, stellt Ihnen die neue Krankenkasse eine Mitgliedsbescheinigung aus. Legen Sie diese bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber vor. Falls Sie selbstständig sind, geht das Schreiben an Ihre alte Versicherung, wenn Sie jobsuchend sind, an die Agentur für Arbeit.