Verspürt ein Arbeitnehmer den Wunsch nach einer längeren Auszeit vom Job, kann dies unterschiedliche Gründe haben: Man möchte z. B. Zeit im Ausland verbringen, sich sozial engagieren oder weiterbilden. Diese Auszeit wird auch als Sabbatical (Sabbatjahr) bezeichnet.

Ist Sabbatical Urlaub?

Ein Sabbatical ist von dem herkömmlichen Urlaub zu unterscheiden. Urlaub im Sinne des Bundesurlaubsgesetzes ist eine „bezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung zum Zwecke der Erholung“. Als Sabbatical hingegen wird gemeinhin eine längere bezahlte oder unbezahlte Auszeit bezeichnet, um z. B. die zukünftige Leistungsfähigkeit und die persönliche Entwicklung des Mitarbeiters zu fördern.

Sabbatical: Auszeit vom Job
Sabbatical: Auszeit vom Job

Gibt es einen Rechtsanspruch auf ein Sabbatical?

Während ein Sabbatical in manch anderen Ländern als normal angesehen wird, gibt es in Deutschland für Arbeitnehmer keinen allgemeinen Rechtsanspruch. Lediglich für Beamte, Lehrer und Angestellte des Öffentlichen Dienstes existieren spezielle Gesetze, die eine längere Auszeit vergleichsweise gut regeln. 

Wie kann ein Sabbatical umgesetzt werden?

Sowohl im Gesetz zur sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen, als auch im Teilzeit- und Befristungsgesetz ist die Möglichkeit einer Verkürzung oder Verlängerung der Arbeitszeit geregelt. Daraus ergeben sich unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten für ein Sabbatjahr.

Es kann beispielsweise ein so genanntes Langzeitkonto eingerichtet werden. Der Arbeitnehmer wird in diesem Fall eine Zeitlang als Teilzeitmitarbeiter geführt, arbeitet aber Vollzeit, sodass sich Überstunden “ansparen”. Nach Ende einer Ansparphase wird das Arbeitszeitguthaben in der Freistellungsphase eingelöst. Der Arbeitnehmer erhält daher auch während der Freistellung ein Gehalt. Alternativ besteht die Möglichkeit unbezahlten Urlaub zu nehmen. In diesem Fall muss sich der Mitarbeiter allerdings freiwillig krankenversichern. Eine Freistellung von anderen Sozialabgaben kann beantragt werden.

Ein Arbeitnehmer hat allerdings keinen Anspruch auf ein Sabbatjahr, es sei denn es bestehen Regelungen, z. B. im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung, die etwas anderes besagen. Grundsätzlich gilt daher, dass zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber einvernehmlich eine für beide Seiten verbindliche Vereinbarung getroffen werden sollte. Diese sollte neben den eigentlichen Bedingungen für ein Sabbatjahr auch Regelungen für die Rückkehr des Mitarbeiters enthalten.

 

Erfolgreicher Wiedereinstieg nach dem Sabbatical

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