Tipps zum Wiedereinstieg nach Krankheit

Der Wiedereinstieg in die Arbeit nach langer Krankheit ist mit einigen Anstrengungen verbunden. Jedes Jahr legen Hunderttausende Beschäftigte ihre Arbeit aus gesundheitlichen Gründen für eine lange Zeit oder sogar für immer nieder. Muskel-Skelett-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und psychische Erkrankungen sind die häufigsten Ursachen für eine Jobpause, doch auch ein Schlaganfall, Krebs oder Burnout können Auslöser für eine Auszeit sein. Nach einer Krankheit sollte der Wiedereinstieg in den Beruf schonend erfolgen und Schritt für Schritt geplant werden. Arbeitgeber sind zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) verpflichtet.

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Rechtliches zur betrieblichen Wiedereingliederung

Das betriebliche Eingliederungsmanagement ist im Sozialgesetzbuch (SGB) rechtlich festgeschrieben. Seit 2004 haben Arbeitgeber die Pflicht, länger erkrankten Beschäftigten ein BEM anzubieten. Eine Wiedereingliederung muss Beschäftigten angeboten werden, die innerhalb eines Jahres sechs Wochen am Stück oder wiederholt arbeitsunfähig sind. Zur Aufnahme des BEM ist die Einwilligung des Arbeitnehmers erforderlich. Grundsätzlich ist es auch möglich, nach langer Krankheit ohne Wiedereingliederung wieder zu arbeiten. 

Ziel des BEM ist allerdings, einen Weg zu finden, wie Sie Ihren Beruf langfristig ausüben können, ohne gesundheitliche Einschränkungen zu riskieren. Auf die Höhe des Kranken- oder Übergangsgelds hat eine Ablehnung des BEM keine Auswirkung. Entscheiden sich Wiedereinsteiger nach einer Krankheit für das berufliche Eingliederungsmanagement, werden alle Daten vertraulich behandelt. Im Rahmen des BEM werden individuelle Maßnahmen ergriffen, bei Bedarf kann der Betriebsarzt in ein Integrationsteam eingebunden werden. Den medizinischen Grund für Ihre Arbeitsunfähigkeit müssen Sie weder dem Team noch Ihrem Arbeitgeber mitteilen, der Betriebsarzt unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht.

Wiedereingliederung oder neuer Job?

Bei der Wiedereingliederung nach längerer Krankheit sind verschiedene Maßnahmen möglich. Der Wiedereinstieg in die Arbeit wird zum Beispiel durch medizinische Rehabilitation oder Anpassung der Arbeitszeiten erleichtert. Auch die Umgestaltung der Arbeitsstätte kann eine Maßnahme sein. Wer die Arbeit nach sehr langer Krankheit wieder aufnimmt, profitiert von einer stufenweisen Wiedereingliederung. Die Rückkehr ins Berufsleben erfolgt Schritt für Schritt, um die Gesundheit zu schonen. Ist die Belastung im bisherigen Job für den gesundheitlichen Zustand von Wiedereinsteigern riskant oder kann dieser aus anderen Gründen nicht weiter ausgeübt werden, sieht das Wiedereingliederungsmanagement Maßnahmen wie eine Weiterbildung oder eine Umschulung vor. So bekommen Wiedereinsteiger die Gelegenheit, sich in einem neuen Job zu beweisen.

Ängste beim Wiedereinstieg nach langer Krankheit

Wer nach langer Krankheit wieder arbeiten geht, hat auch mit Ängsten zu kämpfen. Oft haben Menschen beim beruflichen Wiedereinstieg nach einer Krankheit Sorge, das Arbeitspensum nicht zu schaffen. Die Angst vor dem Ungewissen gilt es zu überwinden, um einen erfolgreichen Wiedereinstieg zu erleben. Eine gute Vorbereitung auf die Rückkehr in den Beruf kann die Ängste verringern. Auch im Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen können beim Wiedereinstieg nach einer Krankheit Unsicherheiten entstehen: Ein offenes Gespräch beseitigt Unklarheiten. Wird Unterstützung angeboten, scheuen Sie sich nicht, sie anzunehmen. Teilen Sie sich Ihre Kräfte ein, um in Zukunft gesund zu bleiben. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie auch einmal eine Aufgabe abgeben. Beim Wiedereinstieg nach Krankheit machen manche den Fehler, die Tage zu sehr mit Arbeit zu füllen. Besser ist, sich langsam wieder an den Arbeitsalltag zu gewöhnen und die Arbeitszeit nach und nach aufzustocken.