Zweimal im Jahr kommt die gleiche Frage auf, wie im Jahr zuvor und dem Jahr davor: Wann wird die Uhr umgestellt? Und wenn das „wann“ geklärt wurde: Eine Stunde vor oder zurück? Randstad beantwortet die wichtigsten Fragen.

Faustregel zur Zeitumstellung: Vor oder zurück?

Am letzten Wochenende im März jedes Jahr wird von Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt und der Uhrzeiger rückt von zwei auf drei Uhr. Die zweite Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit erfolgt am letzten Wochenende im Oktober. Einmal im Jahr haben wir so die Gelegenheit, die Zeit zurückzudrehen.

Um nicht jedes Mal erneut nachzuschauen, ob die Uhr vor oder zurück gestellt wird, helfen folgende Eselsbrücken:

  • Im Sommer werden die Tische (Stühle, Gartenmöbel) hervorgeholt, im Winter zurückgestellt.
  • Im Sommer gibt es Plusgrade, im Winter Minusgrade.
  • 2-3-2: Die Uhr wird von 2 Uhr auf 3 Uhr und erneut auf 2 Uhr gestellt.

Sommer- und Winterzeit: Der Ursprung

In Deutschland wurde 1891 eine einheitliche Zeitzone eingeführt, damit die gleiche Zeit in München und Hamburg gilt und so ein allgemeingültiger Fahrplan für die Bahn erstellt werden konnte. Von den USA war die Welt zuvor in Zeitzonen eingeteilt worden.

1916 erfolgte zum ersten Mal die Zeitumstellung von Winterzeit auf Sommerzeit. Die dazugewonnene Stunde und das zusätzliche Tageslicht sollten im Krieg einen Vorteil bringen. Nach Kriegsende gab es bis 1940 keine Sommerzeit mehr. Seit 1980 herrscht in Deutschland bis heute regelmäßig Winterzeit von Oktober bis März und Sommerzeit von April bis September.

Unsere innere Uhr

Der Mensch richtet sich nach zwei Uhren: der aktuellen Zeitangabe, die auf der Uhr angezeigt wird, und dem biologischen Rhythmus des Körpers. Erstere ist durch die Zeitzone definiert, in der die Person lebt, während der chronobiologische Rhythmus individuell ist. 

Frühaufsteher oder Langschläfer? Der Körper hat seinen eigenen Zeitplan, den wir nur bedingt beeinflussen können. Sicher helfen Kaffee oder Energydrinks dabei, wach zu werden, aber genügend Schlaf ist die bessere und gesündere Lösung.

So bringt die Zeitumstellung unseren Rhythmus durcheinander

Die Zeitumstellung von Winterzeit auf Sommerzeit beeinflusst unsere innere Uhr und damit auch einige Körperfunktionen wie den Blutdruck und den Blutzucker, die Hormonausschüttung oder unseren Puls. Wenn der Wecker am letzten Sonntag im März klingelt, ist diese Uhrzeit für viele zu früh und sie brauchen länger, um in den Tag zu hineinkommen.

In Folge können Menschen an einem „Mini-Jetlag“ leiden (unter anderem mit den Symptomen Schlafstörung, Appetitlosigkeit, Gereiztheit), während sich der chronobiologische Rhythmus wieder neu einstellen muss. Die Neuorientierung des Biorhythmus kann bis zu zwei Wochen dauern. Statistiken zeigen, dass ein Leben gegen die innere Uhr Krankheits- und Herzinfarktrisiken erhöht und am Montag nach der Zeitumstellung mehr Verkehrsunfälle passieren.

EU-Abstimmung: Deutliche Mehrheit für Abschaffung der Zeitumstellung

Nachdem das Argument der Energieersparnis widerlegt und der temporäre negative Einfluss auf den Körper des Menschen während der Umstellung bewiesen wurde, kam die Überlegung auf, nicht mehr am Uhrzeiger zu drehen.

Am 5. Februar 2018 genehmigte das EU-Parlament eine Abstimmung darüber, ob die Sommerzeit abgeschafft werden oder bestehen bleiben soll. Das Ergebnis ist eindeutig: 84% der EU-Bürger sprachen sich gegen eine Zeitumstellung aus. 

Die Uhren werden weiterhin umgestellt

Die EU stimmte im März 2019 dafür, die Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 abzuschaffen. Damit diese Entscheidung vollzogen werden kann, müssen die Mitgliedstaaten sich im Rat festlegen. Doch Kroatien, das im ersten Halbjahr 2020 die EU-Präsidentschaft innehatte, hat den Ratsbeschluss in seiner Amtszeit nicht vorangetrieben. Auch Deutschland, aktueller Inhaber der EU-Präsidentschaft, verfolgt das Ziel nicht aktiv. Damit werden die Uhren zumindest vorläufig auch weiterhin umgestellt.