Wenn der Arbeitgeber im Urlaub anruft, ist es mit der Erholung vorbei. Wird Erreichbarkeit in der Freizeit vom Chef vorausgesetzt, kann das schnell zur Belastung werden. Viele Arbeitnehmer kommen so schlechter zur Ruhe und schaffen es nicht, sich richtig zu entspannen. 

Die Hemmschwelle, auch nach Dienstschluss schnell noch Geschäftliches zu besprechen, ist in den letzten Jahren kleiner geworden. E-Mails im Urlaub zu lesen oder Kurznachrichten zu beantworten, gilt bei vielen als selbstverständlich. Studien zeigen, dass durch den ständigen Zugriff auf Informationen die Grenzen zwischen privat und geschäftlich verschwinden. Die Folgen: Der Arbeitnehmer kann nicht mehr abschalten, die Erholungsphasen fallen zu kurz aus, die Leistungsfähigkeit sinkt. Wer auch im Urlaub für Kollegen und Chefs erreichbar ist und dadurch nicht abschalten kann, gefährdet langfristig seine Gesundheit. 

5 Tipps für einen ungestörten Urlaub

Wie gelingt es, diesem Hamsterrad zu entkommen? Diese Tipps und Anregungen helfen für einen möglichst ungestörten Urlaub.

  1. Dran denken: Erreichbarkeit im Urlaub ist keine Pflicht Ein Urlaub ist zur Erholung da. Wenn Arbeitnehmer für Chefs und Kollegen erreichbar sind oder gar den Laptop zücken, um Aufgaben zu erledigen, sorgt das nicht für Entspannung. Im Gegenteil: Es verursacht oftmals Stress. Dabei besagt schon § 8 des Bundesurlaubsgesetzes (BurlG) „Während des Urlaubs darf der Arbeitnehmer keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten.” Daraus folgt: Erreichbarkeit im Urlaub ist alles andere als eine Pflicht.
  2. Für eine Urlaubsvertretung sorgen Vor dem Urlaub ist es wichtig, mit Vorgesetzten und Kollegen zu besprechen, wer die Urlaubsvertretung übernimmt. Sofern dies geklärt und im Unternehmen kommuniziert ist, gilt es eine Übergabe aufzusetzen. Das bedeutet: Wer in den Urlaub geht, sollte seine Vertretung ausführlich und frühzeitig über laufende Projekte informieren und eine Liste der anfallenden Aufgaben übergeben. Auf diese Weise bleibt genügend Zeit, wichtige Fragen zu klären.
  3. Urlaub rechtzeitig ankündigen Nicht nur Chef und Vertretung sollten über den anstehenden Urlaub informiert werden. Es gilt, wichtige Ansprechpartner innerhalb und außerhalb des Betriebs frühzeitig zu informieren, in welchem Zeitraum der Beschäftigte nicht erreichbar ist. Bei dieser Gelegenheit kann sogleich die Vertretung vorgestellt werden. 
  4. Erreichbarkeit regeln Es kann immer mal zu einem Notfall kommen, der die Fachexpertise des Urlaubenden benötigt. Wichtig ist vorab zu klären, wie und in welchen Fällen wirklich im Urlaub gestört werden kann und darf. Tipp: Mögliche Notfallszenarien vorab im Team durchsprechen und so definieren, welche Fälle wirkliche Notfälle sind und wann nicht auch ein anderes Teammitglied unterstützen kann.
  5. Rückkehr planen Ratsam ist, den ersten Tag im Büro schon vor dem Urlaub zu planen. Beschäftigte können einen Termin mit ihrer Vertretung einstellen, um ein persönliches und schnelles Update zum Status-Quo zu erhalten. Aber: Der erste Tag sollte nicht zu voll gepackt werden. Beschäftigte sollten sich Zeit lassen, um wieder in den Betriebsmodus zu kommen. 

Gesund bleiben im Büro

Von der Vermeidung von Störungen im Urlaub abgesehen, müssen Arbeitgeber dafür sorgen, dass ihre arbeitende Belegschaft im Büro gesund bleibt. Lesen Sie, was im Büro krank macht - und was Sie tun können.