Ausbildungsprojekt für Geringqualifizierte in Regensburg

Die 23 Teilnehmer des Projekts

Regensburg, 13.März 2019 – Geringqualifizierte haben es schwer auf dem Arbeitsmarkt. Viele Tätigkeiten im Hilfskräftebereich entwickeln sich durch die Digitalisierung weiter oder werden ersetzt. Doch ausgerechnet die Arbeitnehmer, die stark vom digitalen Wandel betroffen sind, nehmen selten an Weiterbildungen teil, wie aktuelle Studien zeigen. Deshalb ist es wichtig, Geringqualifizierte zu informieren und unterstützen. In Regensburg fand ein solches Projekt, eine Teilqualifizierung zum Industriemechaniker, mit 23 Teilnehmern am vergangenen Mittwoch seinen erfolgreichen Abschluss.

Yildiz Aykut und Milan Miskovity waren lange Zeit ohne anerkannte Qualifiziverung beschäftigt. Beim Personaldienstleister Randstad Deutschland angestellt waren sie als Montagehilfskräfte bei einem Kunden in der Automobilbranche eingesetzt. Als ihre Schicht gestrichen werden musste, bekamen sie von Randstad das Angebot, eine Teilqualifizierung zu absolvieren, um ihre Jobchancen zu verbessern. Das Projekt – eine Kooperation von Randstad, WBS TRAINING und der Agentur für Arbeit – war in Regensburg eine Premiere für alle Beteiligten.

Milan Miskovity (l.) und Yildiz Aykut bei der Vorbereitung auf die finale theoretische Prüfung.

„Für mich gibt es sonst kaum Möglichkeiten, eine Weiterbildung zu machen. Das meiste müsste ich selbst zahlen und mich komplett selbst darum kümmern“, meint Milan Miskovity, der vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen war und die Sprache über Arbeitskollegen gelernt hat. Auch für Yildiz Aykut war die Teilqualifizierung eine willkommene Gelegenheit, neue Perspektiven zu erschließen. Der gelernte Friseur hatte 15 Jahre in der Gastronomie gearbeitet, zuletzt als Filialleiter, bevor er zu Randstad kam. Mit der Teilqualifizierung zum Industriemechaniker will er in einem neuen Job Fuß fassen.

„Für mich gibt es sonst kaum Möglichkeiten, eine Weiterbildung zu machen. Das meiste müsste ich selbst zahlen und mich komplett selbst darum kümmern“, meint Milan Miskovity, der vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen war und die Sprache über Arbeitskollegen gelernt hat. Auch für Yildiz Aykut war die Teilqualifizierung eine willkommene Gelegenheit, neue Perspektiven zu erschließen. Der gelernte Friseur hatte 15 Jahre in der Gastronomie gearbeitet, zuletzt als Filialleiter, bevor er zu Randstad kam. Mit der Teilqualifizierung zum Industriemechaniker will er in einem neuen Job Fuß fassen.

„Gerade Geringqualifizierte nehmen seltener Weiterbildungen wahr, weil sie nicht über ihre Möglichkeiten informiert sind“, erklärt Roswitha Rohm, Verantwortliche für die Randstad Arbeitsmarktprojekte und Koordinatorin der Teilqualifizierung. „Deshalb sind wir aktiv auf die Mitarbeiter zugegangen und haben ihnen in einer Infoveranstaltung die Teilqualifizierung angeboten, als wir den Bedarf gesehen haben.“ Neben Miskovity und Aykut entschieden sich noch 22 andere Randstad Mitarbeiter für den Kurs, der von der WBS TRAINING durchgeführt wurde. Mit nur einem Abbrecher war das Projekt ein Erfolg. „Die gesamte Gruppe hat super zusammengehalten und sich gegenseitig unterstützt. Das ist auch ein Verdienst der Kolleginnen von Randstad Automotive, Nicole Bauer und Ramona Fritz, die immer als Ansprechpartner für die Teilnehmer zur Verfügung standen“, so Rohm weiter. Die hohe Erfolgsquote führen die Programmverantwortlichen auf das mehrstufige Auswahlverfahren zurück, in dem die Motivation und die Eignung der Kandidaten abgefragt wurden.

Gruppe klein

Innerhalb von vier Monaten bekamen die Teilnehmer das theoretische und praktische Wissen vermittelt, um die Prüfungen zur Fachkraft in Montagetechnik sowie in Mess- und Prüftechnik zu bestehen. Beide Module sind Teil der Ausbildung zum Industriemechaniker. „Die Automobilbranche wird in Zukunft mehr Fachkräfte brauchen, die Maschinen in der Produktion steuern, warten und kontrollieren können“, begründet Christian Falcioni, Director Randstad Automotive, die Wahl der Module. Neben der Fachtheorie und Praxisphase lernten die Teilnehmer auch fachübergreifende Grundlagen wie das Präsentieren vor einer Gruppe oder das Bedienen gängiger Office-Programme.

Neben der Finanzierung durch Randstad wurde die Weiterbildung von der Agentur für Arbeit im Rahmen ihrer präventiven Arbeitsmarktpolitik zu großen Teilen gefördert. Damit soll Arbeitnehmern eine langfristige Perspektive geboten werden, auch wenn das nicht immer einfach ist. „Das ist immer der bessere Weg als Bewerber in die Arbeitslosigkeit zu entlassen“, so Jürgen Gritschmeier, Teamleiter der Agentur für Arbeit Regensburg. Die Lernenden bekamen außerdem einen Arbeitsentgeltzuschuss von der Agentur für Arbeit und Randstad finanziert, der ihren Lohnausfall während der Weiterbildung kompensierte. Neben der Förderung wurden die Teilnehmer mit individueller Beratung und Begleitung durch die Agentur für Arbeit unterstützt.

Das Team der WBS TRAINING in Regensburg kümmerte sich um die Räume und Fachtrainer für die Weiterbildung. Trotz vierzigjähriger Erfahrung in der Erwachsenenbildung ist jede Teilqualifizierung auch für sie immer wieder spannend: „Wir bieten bundesweit sehr anspruchsvolle Qualifizierungen an, aber die beiden Module aus dem Berufsbild Industriemechaniker haben wir so in Regensburg zum ersten Mal ausgebildet“, meint Alexander Regler, Gebietsleiter Süd der WBS TRAINING. Vor allem die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Randstad, der Agentur für Arbeit und der WBS TRAINING sende ein absolut positives Signal an die Branche, zieht Regler Bilanz aus dem erfolgreichen Projekt.