Aktuelle Randstad Studie zur Brückenteilzeit

Mit dem Brückenteilzeitgesetz gilt für Teilzeitbeschäftigte der gesetzliche Anspruch auf Rückkehr zur Vollzeit. Doch dieser wird nur selten wahrgenommen.

Eschborn, Dezember 2019. Vor allem Frauen sollen vom Brückeneilzeitgesetz profitieren, da bei ihnen der Anteil an Teilzeitbeschäftigten mit 48 Prozent besonders hoch ist (Quelle: Bundesagentur für Arbeit). Häufig schnappt hier die sogenannte „Teilzeitfalle“ zu. Die Folgen: geringerer Rentenanspruch durch geringeren Erwerb. Dieses Risiko soll mit dem Brückenteilzeitgesetz verringert werden, das die Rückkehr zur Vollzeit regelt. Die aktuelle Randstad-ifo-Personalleiterbefragung zeigt jedoch, dass Brückenteilzeit nur bei gut einem Drittel der Unternehmen zum Einsatz kommt (36%), nur drei Prozent  davon nutzen diese häufig.

Grafik zur Nutzung der Brückenteilzeit | Randstad

Gesetzliche Regelung unnötig

Am häufigsten gewähren Großunternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten ihren Mitarbeitern Brückenteilzeit. In sieben Prozent dieser Unternehmen arbeiten Mitarbeiter häufig, in 14% selten und in 38% gelegentlich in Brückenteilzeit. Unternehmen mit weniger als 45 Mitarbeitern sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, dieses Arbeitsmodell anzubieten. Hier melden nur 16% befristete Teilzeitbeschäftigte. „Brückenteilzeit ist sinnvoll, weil sie Arbeitnehmern und besonders Frauen garantiert, wieder in die Vollzeitbeschäftigung zurückzukehren. Fraglich ist allerdings, ob es dafür eine gesetzliche Reglementierung braucht“, erklärt Petra Timm, Pressesprecherin bei Randstad Deutschland. Schließlich geben über die Hälfte (55%) der Befragten Personalleiter an, dass sie bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes die Befristung von Teilzeit einsetzten.

Kollegen kompensieren Mehrarbeit

Dort, wo seit der Gesetzeseinführung Brückenteilzeit genutzt wird, fangen 38% der Unternehmen die zusätzliche Arbeit mit der vorhandenen Belegschaft auf. Nur 16% stellen neue Mitarbeiter ein, um die Mehrarbeit aufzufangen. „Damit flexible Arbeitszeitmodelle in der Praxis funktionieren, braucht es klare und verbindliche Absprachen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Ziel muss es sein, Transparenz und Vertrauen darüber zu schaffen, wie das Arbeitsverhältnis für beide Parteien erfolgreich fortgeführt wird. Die Rückkehr in Vollzeit muss eine selbstverständliche Option werden, um qualifizierte Mitarbeiter zu halten und langfristig an das Unternehmen zu binden“, betont Petra Timm.