„Aufgabe ist nicht die Verwaltung von Nummern“

Prof. Dr. Benedikt Hackl, Autor des Buches „HR 2020 – die Zukunft des Personalmanagements“, sieht Personalabteilungen künftig näher an den Menschen.

In welchen Punkten wird sich aus Ihrer Sicht die Personalarbeit des Jahres 2025 wesentlich von der heutigen unterscheiden?

Benedikt Hackl: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden deutlich individueller, weil sie ihren eigenen Ansprüchen entsprechend arbeiten wollen. Das Personalmanagement der Zukunft hat Ideen, wie man aus dieser individuellen Komposition ein betriebswirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen macht.


Wird es neue Aufgaben für HR geben, die wir heute noch nicht kennen?

Benedikt Hackl: Ja, natürlich. Der Beitrag von klassischen HR-Einheiten zum betriebswirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens ist heute relativ gering. Die Unternehmensvertreter sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden stärker Relevanz einfordern. Wir haben hierzu in unserem aktuellen Buch „HR 2020 – die Zukunft des Personalmanagements“ das SAI-Modell (Strategieimplementierung treiben, Agilität ermöglichen, Individualisierung schaffen; d. Red.) entwickelt. Dieses zeigt uns auf Basis empirischer Studien die Relevanz vier neuer Themenblöcke: Strategieumsetzung, Agilität, Individualität und Leistungssteigerung. Erfolgreiche HR-Bereiche setzen sich diese Themenmodule zum Schwerpunkt.


Werden bis dahin alle Routinearbeiten digital oder automatisiert ablaufen?

Benedikt Hackl: Ich sehe nicht, dass diese Routinearbeiten überhaupt Teil des HR-Bereiches sind. Er kümmert sich um Innovationen, Leistung, Entwicklung – insgesamt um Menschen, aber nicht um Verwaltung von Nummern.


Wird sich das Controlling bzw. die Kosten-Nutzen-Rechnung bei der Personalarbeit verschärfen?

Benedikt Hackl: Wenn die HR-Abteilungen die Themen Strategie, Agilität und Individualität als Themenspektren bearbeiten, wird man diese Frage nicht mehr stellen.

Info zur Person Prof. Dr. Benedikt Hackl

Prof. Dr. Benedikt Hackl ist Professor für Unternehmensführung und Personal sowie Leiter des Forschungsinstituts HR|Impulsgeber in München. Er war unter anderem bei zeb/rolfes.schierenbeck.associates, ZF AG und der Daimler AG tätig. Seine Expertise liegt insbesondere in der Steuerung und Gestaltung von Unternehmens- und Personalstrategien und dem Aufbau von HR-Bereichen. Das Institut HR|Impulsgeber begleitet zahlreiche Unternehmen bei der Weiterentwicklung ihrer Personalbereiche. Ebenfalls werden dort innovationsorientierte Mitarbeiter- und Führungsanalysen durchgeführt (Impuls.Check).