Das Netz wird enger

31. Oktober 2008

StudiVZ, Facebook, Lokalisten - Online-Netzwerke boomen - Millionen von Usern nutzen soziale Netzwerke. Sie lernen in den Internet-Portalen neue Freunde kennen und pflegen Kontakt zu den alten. Um uneingeschränkt Freude an diesen Portalen zu haben, sollte man aber einiges beachten.

1,7 Millionen Mitglieder zählt zum Beispiel die Karrierecommunity XING. Im virtuellen Business Club sind Nutzer aus 190 Ländern vertreten, der überwiegende Teil aus Deutschland. Immerhin sechs Prozent der Einwohner Münchens gehören zur Community. Nicht selten bieten Online-Netzwerke auch Zusatznutzen, der über das eigentliche Networking hinausreicht.

Das Portal Successity macht seinen Usern zum Beispiel das Angebot, sich kostenpflichtig per E-Mail coachen zu lassen. In so genannten Erfolgsteams treffen sich Mitglieder außerdem in einem virtuellen Raum der Plattform, um sich gegenseitig bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen. Auch der Charity-Gedanke lebt: Aus dem Netzwerk heraus werden gemeinnützige Projekte unterstützt. „Wir wollen nicht nur eine coole Business-Plattform sein, sondern auch die soziale Komponente einfließen lassen“, betont Gründerin Kirsten Mennenga. Zu den derzeit rund 1.400 Netzwerk-Mitgliedern zählen mehrheitlich Selbstständige.


Social Networking-Seiten als Recruiting-Werkzeug?
Ein Viertel der Entscheider hat Kandidaten schon aufgrund von im Netz entdeckten, persönlichen Informationen zurückgewiesen. Social Networking-Seiten wie Facebook, MySpace und Xing bergen eine Quelle an Informationen, die für die Auswahl von Bewerbern interessant sind. Allerdings sollten Unternehmen sicherstellen, dass sie diese Seiten verantwortlich und vor allem legal nutzen. Bei der Fülle an persönlichen Informationen, die das Internet bietet, ist die Versuchung für Recruiter groß, potenzielle Mitarbeiter im Netz auf Herz und Nieren zu prüfen.

Nur wer die engsten Sicherheitseinstellungen nutzt, kann sich davor schützen, Informationen über den vorigen oder aktuellen Arbeitgeber, Hobbys oder die peinlichen Partybilder vom letzten Wochenende, einer Öffentlichkeit preiszugeben, die als potenzieller Arbeitgeber in Frage kommt. Die Tatsache, dass derartige Informationen häufig frei verfügbar sind, bedeutet allerdings nicht, dass Arbeitgeber diese auch uneingeschränkt nutzen dürfen. Viele Unternehmen brechen unwissentlich Datenschutzgesetze, weil sie vom Profilinhaber nicht berechtigt werden, seine im Internet verfügbaren Informationen zu verwenden. Dass nachlässige Einstellungen der Privatsphäre Recruitern Zugriff auf diese Informationen gewährt haben, ist dabei nebensächlich. Sobald Entscheidungen aufgrund von nicht aktiv freigegebenen Informationen getroffen werden, wird der Datenschutz berührt und das Unternehmen bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.


Die Macht von Netzwerken nutzen
Wie können sich Unternehmen nun die unbestrittene Macht von Netzwerken legal und verantwortlich zu Nutze machen? Lassen Sie die sozialen Netzwerke für sich arbeiten. Einige Unternehmen nutzen Social Networking-Seiten bereits im Recruiting-Prozess, zum Beispiel um Kandidaten auf sich aufmerksam zu machen oder ihnen eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu bieten. So gründen einige Unternehmen Gruppen in Facebook oder XING für Alumni, Absolventen oder Praktikanten, die zukünftig oder aktuell Interesse an einer Tätigkeit im Unternehmen haben. Innerhalb dieser Gruppen können Kandidaten dann durch Blogs oder Foren auf Stellenangebote aufmerksam gemacht werden. Darüber hinaus wird die Kommunikation mit den Kandidaten verbessert. So können sich Bewerber online mit Mitarbeitern des Wunscharbeitgebers austauschen und sich so vorab ein besseres Bild vom neuen Job und dem Unternehmen machen.

Populäre Online-Portale
XING
Der Schwerpunkt von XING liegt klar auf Beruf und Karriere. Das zeigt schon die Profilmaske, die man als Neuling ausfüllt: „Berufserfahrung“, „Ausbildung“, „Was suche ich“ und „Was biete ich“ heißen die Formularfelder. Auch in den Foren geht es überwiegend um Praktika, Ausbildung und Themen wie „Marketing und Wirtschaft“. Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken, die vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt sind, liegt das Durchschnittsalter bei XING deutlich höher. So dürfen auch nur volljährige User mitmachen.
www.xing.com
 

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