Deutschland beim flexiblen Arbeiten führend

23. Mai 2018

Arbeitnehmer möchten selbst entscheiden, wo und wann sie arbeiten. Die Arbeitgeber in Deutschland sind hier in Europa führend – stehen aber vor gesetzlichen Hürden.

Grafik flexibles Arbeiten

Zahlreiche Angestellte in Deutschland besitzen die Möglichkeit, flexibler zu arbeiten als noch vor wenigen Jahren. Diese Möglichkeit wünschen sich auch die Arbeitnehmer in anderen europäischen Ländern. Aber obwohl Deutschland ein Vorreiter bei der Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle ist, ist man hierzulande von der flächendeckenden Umsetzung noch weit entfernt. Wie lässt sich daran etwas ändern?

Gehört die Zukunft Ideen wie der 25-Stunden-Woche?

In Deutschland kann mehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmer mitentscheiden, wo und wann sie arbeiten. Im europäischen Schlusslicht Tschechien dagegen kann nur etwa ein Viertel aller Angestellten selbst Einfluss auf die Gestaltung ihrer Arbeit nehmen. Deutsche Unternehmen sind Vorreiter und experimentieren mit innovativen Arbeitszeitmodellen. Das IT-Unternehmen Bike Citizens etwa hat die Vier-Tage-Woche eingeführt und arbeitet nur von Montag bis Donnerstag. Die Agentur Digital Enabler hingegen setzt auf die 25-Stunden-Woche.

Bessere Work-Life-Balance durch flexible Arbeit

Dadurch versprechen sich Arbeitgeber mehr Produktivität, mehr Motivation – und eine höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter. Arbeitnehmer versprechen sich von flexibler Arbeit eine bessere Work-Life-Balance. In der Tat lässt sich beispielsweise die gesundheitliche Belastung für Arbeitnehmer durch Gleitzeit reduzieren.

Lücke zwischen Nachfrage und Angebot

„Freiraum und Selbstbestimmtheit stehen häufig ganz oben auf der Prioritätenliste von Arbeitnehmern“, so Andreas Bolder, Director Group Human Resources bei Randstad Deutschland: „Flexible Arbeitsmodelle können sowohl Unternehmen als auch Mitarbeitern nutzen, wenn sie richtig eingesetzt werden. In Deutschland haben einige Arbeitgeber die Vorteile erkannt und sind auf einem guten Weg. Trotzdem gibt es auch hierzulande noch eine Lücke zwischen Bedarf und tatsächlichem Angebot.“

Arbeitgeber fordern flexibleres Arbeitszeitgesetz

Damit Arbeitnehmer flächendeckend über ihre Arbeitszeiten mitbestimmen können, müssen zunächst gesetzliche Hürden für flexibleres Arbeiten abgebaut werden. Die regelt vor allem das Arbeitszeitgesetz. Als es zum letzten Mal überarbeitet wurde, waren Begriffe wie „Home Office“ noch unbekannt. Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, hat daher vor Kurzem ein „grundlegendes Update“ des Arbeitszeitgesetzes gefordert. So könnten die Arbeitgeber den Beschäftigten ermöglichen, ihre Arbeit frei und selbstbestimmt zu gestalten.

Über das Randstad Arbeitsbarometer

Die dargestellten Ergebnisse stammen aus dem Randstad Arbeitsbarometer. Die Online-Umfrage wird in 33 Ländern vierteljährlich durchgeführt. In Deutschland wurden 400 Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren aus unterschiedlichen Branchen befragt.

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