Freude schenken

31. Oktober 2008

„Die kleinen Gefälligkeiten der Freundschaft sind 1.000 mal werter als jene blendenden Geschenke, wodurch uns die Eitelkeit des Gebers erniedrigt.“ - Worte von Johann Wolfgang von Goethe. Fingerspitzengefühl ist auf jeden Fall angebracht, damit man beim Schenken alles richtig macht.

Grundsätzlich gilt: Bei Geschenken von Kunden oder Geschäftspartnern muss genau hingesehen werden, was angenommen wird und was nicht. Kleine Aufmerksamkeiten, mit denen sich ein Geschäftspartner oder Kunde bedankt, sind zwar in der Regel kein Problem. So können Pralinen, Kugelschreiber oder Kekse ohne Bedenken angenommen werden. Einladungskarten zu Sportveranstaltungen oder der teure Wein sollten dagegen besser abgelehnt werden.


Eine eindeutige gesetzliche Regelung gibt es jedoch nicht. Einen Richtwert aber schon: Geschenke bis zu einem Wert von 30 Euro sind problemlos. Tabu sind auf jeden Fall Bargeld, Champagner, teure technische Geräte, eine Einladung ins Drei-Sterne-Restaurant oder Reisen. Vorsicht ist insbesondere dann angebracht, wenn die Geschenke vor die eigene Haustür geliefert werden – dies ist ein eindeutiger Bestechungsversuch. Was sagt man aber dem Geschäftspartner, wenn er sich mit einem offensichtlich zu teuren Geschenk bedanken möchte? Wer auf Nummer sichergehen will, der muss das Geschenk freundlich ablehnen. Anders geht es leider nicht.


Geschenke haben Grenzen
Damit der Kunde nicht verärgert wird, sollte man in einem solchen Fall am besten auf bestehende Regelungen im Unternehmen hinweisen, welche die Grenze für Geschenke festlegen. Ansonsten sollte man sich für die entgegengebrachte Freundlichkeit bedanken, aber klarstellen, dass ansonsten der Job verloren gehen könnte.


Schließlich sollte zum reinen Selbstschutz immer der Vorgesetzte informiert werden. Dann kann nichts schiefgehen. Wer trotzdem nicht widerstehen kann, muss mit strafrechtlichen und arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen, etwa mit einer Abmahnung oder der Kündigung. Werden Geschenke als Bestechung im großen Umfang angenommen, droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.


Geschenke und Steuern
Geschenke gelten als geldwerter Vorteil und müssen grundsätzlich versteuert werden. Allein Zuwendungen an Mitarbeiter im Wert von bis zu 40 Euro pro Monat unterliegen nicht der Besteuerung. Geschenke an Personen, die nicht Arbeitnehmer sind, etwa Geschäftsfreunde, sind bis zu 35 Euro steuerfrei. Ansonsten liegt die so genannte Sorgfaltspflicht beim Beschenkten, der den Wert des Präsents in der nächsten Einkommenssteuererklärung veranlagen muss.

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