Krankenkassenwechsel – lohnt sich das?

27. September 2018

Anders als bei der Kfz-Versicherung zögern viele beim Wechsel ihrer Krankenkasse. Dabei lassen sich bei ähnlichen Leistungen mitunter mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Mit den Neuregelungen für 2019 entstehen auch neue Möglichkeiten für Versicherte.

Wechsel Krankenkasse

Geld ist nicht alles. Das gilt auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Denn wer dort Mitglied ist, dem stehen nicht nur die üblichen Leistungen offen. Mit eigenen Zusatzleistungen und Bonusprogrammen wollen die einzelnen Kassen bestimmte Zielgruppen für sich gewinnen. Dadurch unterscheiden sie sich zum Teil deutlich in ihrer Attraktivität. Trotzdem sind auch die Beitragshöhe sowie der Zusatzbeitragssatz für Versicherte wichtig. Übers Jahr können da beachtliche Summen zusammenkommen - unter Umständen mehrere hundert Euro.

Gesetzlich Versicherte werden ab 01.01.2019 entlastet

Ab dem 01.01.2019 bezahlen Arbeitgeber und Beschäftigte sowie Rentner und Rentenversicherung zu gleichen Teilen die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung. Das gilt nicht nur – wie bisher – für den allgemeinen Beitragssatz, sondern dann auch für den individuellen Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse selbst festlegt. So werden die Versicherten entlastet. Wie viel man dabei einsparen kann, hängt zum Einen von der Höhe des Bruttoeinkommens ab und zum Anderen von der Höhe eben jenes Zusatzbeitrages. Weil es hier große Unterschiede innerhalb der rund 110 Anbieter in Deutschland gibt, lohnt ein Blick auf die Höhe des Zusatzbeitrages der eigenen Krankenkasse.

Datenbanken bieten einen guten Überblick über Einsparungsmöglichkeiten

Ein Wechsel der Krankenkasse ist immer dann überlegenswert, wenn es ein günstigeres Angebot bei vergleichbarer Leistung gibt. Um bei der Entscheidung eine zuverlässige Grundlage zu haben, empfiehlt es sich, den Rat unabhängiger Einrichtungen wie Verbraucherzentralen einzuholen und entsprechende Datenbanken im Internet zu nutzen. Dort sind auch Vorlagen für eine Kündigung zum Download erhältlich. Als Musterbeispiel für eine seriöse und übersichtliche Datenbank gilt die der Stiftung Warentest. Sie ist gebührenpflichtig und umfasst fast alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Auf verschiedenen Portalen im Internet ist ein kostenfreier Vergleichsservice zu finden. Hier sollte man darauf achten, dass der Anbieter wirklich neutral ist, möglichst viele verschiedene Kassen erfasst und keine Nebenwirkungen zu erwarten sind (Stichwort: Abo-Falle).

18 Monate Bindungspflicht - es gibt aber Ausnahmen

Eine Kündigung ist jederzeit möglich. Hat man sich für eine neue Krankenkasse entschieden, besteht allerdings erst einmal für 18 Monate „Bindungspflicht“. Ausnahmen gelten bei einigen Krankenkassen zum Beispiel beim Wechsel in eine Kasse der gleichen Art, etwa von der AOK Hamburg zur AOK Leipzig. Auch wenn sich die Beiträge erhöhen oder erstmals ein Zusatzbeitrag erhoben wird, haben gesetzlich Versicherte schon vor Ablauf der 18 Monate ein Sonderkündigungsrecht. Dazu muss die Kündigung bis zum Ablauf des Monats eingereicht werden, zu dem die Erhöhung wirksam wird.

Quellen: Verbraucherzentrale Bundesverband, Bundesgesundheitsministerium

Checkliste zum Krankenkassenwechsel 

investor relations