Mit anderen Worten

Reden bei der Weihnachtsfeier - das ist nicht jedermanns Sache, weder bei den Sprechern noch bei den Zuhörern. Wir haben hier sechs Einstiege für Sie zusammengestellt, die aus dem Rahmen des Üblichen fallen und dazu beitragen sollen, mehr Aufmerksamkeit für die feierliche Botschaft zu erzeugen.

1. Der ehrbare Kaufmann – fängt ganz klein an

So ziemlich das schönste Geschenk, das man einem Kind zu Weihnachten machen kann, bevor es ins Playstation-Alter kommt, ist noch immer ein Kaufmannsladen. Wenn Sie das Vergnügen haben, an diesen Feiertagen in einem solchen Geschäft bedient zu werden, dann gönnen Sie sich einen Blick auf den jungen Inhaber. Er wird Sie mit einem Lächeln bedienen, nach Ihren Wünschen fragend eifrig bei der Sache sein, aufs Gramm genau abwiegen und achtsam mit dem Wechselgeld umgehen. Ein Musterbeispiel an Service-Orientierung. Bevor wir nun dazu übergehen, das Einstiegsalter für Nachwuchskräfte zu senken, möchte ich Sie einladen, dieses Vorbild aufzugreifen – nicht nur unseren Kunden und dem Umsatz zuliebe, sondern weil auch Sie selbst damit viel Freude erleben werden…

2. Mit dem Segen von oben

Ich bin nicht der Papst. Ich stehe auch nicht auf einer Loggia. Und mit einem Urbi et Orbi, wie wir ihn demnächst wieder übers Fernsehen erleben können, kann ich Ihnen leider auch nicht dienen. Aber die Idee fasziniert mich: Die guten Wünsche nicht nur den Anwesenden auszudrücken, sondern sie über den Kreis der hier Versammelten hinaus wirken zu lassen. Es soll eben auch bei Ihren Partnern, Ihren Familien, Ihren Kindern – ja, sogar bei Ihren Freunden ankommen – dass wir hier bei XY über unseren Horizont hinausblicken.

3. Irgendjemand hört immer zu

Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal von Reginald Aubrey Fessenden gehört haben. Der Mann war Kanadier und wir haben ihm eine Erfindung zu verdanken, die uns heute ganz selbstverständlich durchs Leben begleitet. Mit rund 500 Patenten beim US-Patentamt gehört er zu den Menschen mit den meisten Patenten. Vor 110 Jahren richtete er einen ersten Maschinensender zur Funkübertragung ein, auf dessen Basis dann ein Langwellensender entstand, der in seiner Funkstation in Brant Rock, Massachusetts, installiert wurde. Dort führte er am Weihnachtsabend 1906 die weltweit erste drahtlose Musik- und Sprachübertragung gemischten Inhalts durch, bei der er aus der Bibel las und selbst auf der Violine Stille Nacht, heilige Nacht spielte und dabei sang. Die Sendung wurde sogar auf Schiffen im Karibischen Meer empfangen. Was will ich Ihnen damit nahe bringen? Es braucht Mut und einen wachen Geist, um die Welt zu verändern – im Großen wie im Kleinen. Und: Es gibt immer jemand, der zuhört…

4. Muss diese Warterei eigentlich sein?

Rund um uns herum findet gerade „Advent“ statt. Beim Gang durch die Büros habe ich dieser Tage einige Adventskalender gesehen. Mit kleinen Freuden helfen sie uns über die Zeit bis Weihnachten hinweg. „Advent“ kommt aus dem Lateinischen und heißt „Ankunft“. Auf gut Deutsch: „Ende der Warterei.“ Kein Wunder, dass am Ende ein Fest kommt. Was ich uns allen wünsche, ist: Erstens etwas mehr Gelassenheit, wenn wir mal wieder auf etwas warten müssen: die S-Bahn, die Mittagspause, die Unterlagen, die ein Kollege versprochen hat, oder die Antwort auf unsere E-Mail. Und zweitens: Etwas mehr Verständnis für andere Wartende, deren Geduld wir nicht zu sehr beanspruchen sollten. Weil ich nun sehe, dass viele von Ihnen auf das Ende dieser Rede warten: Hier ist es, verbunden mit meinen herzlichsten Weihnachtswünschen für Sie und Ihre Angehörigen.

5. Es geht auch ohne Last Minute

Weihnachtsgrüße haben etwas Besseres verdient, als in letzter Minute mit ein paar nüchternen digitalen Zeichen per SMS versandt zu werden. Meistens passiert uns das ja, weil wir vorher nicht die Zeit dazu hatten. Als Unternehmen, das sein soziales Engagement ernst nimmt, möchten wir Ihnen daher diesmal etwas Zeit schenken (Anmerkung: Die Dauer kann bei Bedarf konkretisiert werden), dazu Papier, Buntstifte und Briefumschläge. Greifen Sie zu und zeichnen, malen und schreiben Sie dazu in den nächsten Tagen während Sie hier im Haus sind einige persönliche Weihnachtsbriefe, die wir dann mit der Firmenpost auf den Weg bringen. Nehmen Sie diese kleine Geste als Zeichen des Dankes und des Vertrauens, mit der wir uns für die tolle Leistung aller im abgelaufenen Jahr bedanken.

6. Anerkennung schenken

Was kann ich heute Abend tun, um dieser Rede den festlichen Charakter zu verleihen, den sie verdient? Nun, in Powerpoint könnte ich einzelne Worte funkeln lassen oder mit einem Goldrand versehen. Wäre ich der Zeichner von Asterix und Obelix, würde ich vielleicht meine Sprechblase mit Tannengrün und kleinen Kerzen garnieren. Vielleicht wären einige güldene Worte aus dem Schatzkästlein der deutschen Weihnachtsdichtung das richtige Mittel? Oder ein Streichquartett im Hintergrund, das besonders tiefsinnige Passagen mit feinen Klängen untermalt? Liebe Mitarbeiterinnen, liebe Mitarbeiter, all das wären rein kosmetische Maßnahmen. Wirklich glänzend ist das, was Sie im vorigen Jahr für unser Unternehmen geleistet haben. Sie sind echte „Stars“ und mit diesen Sternen für besondere Highlights 2013 schmücke ich jetzt diesen Baum hier. (Ausgeschnittene Sterne mit Projekt-/Kundennamen werden an den Baum gehängt, dazu jeweils ein paar Sätze.)

Für den Fall, dass Sie auch Anregungen für postalische Weihnachtsgrüße suchen: Der randstadkorrespondent vom Dezember 2011 hält hier einige Anregungen für Sie bereit unter www.randstad-korrespondent.de/dezember-2011/weihnachtsgruesse.html