Mit guten Produkten der guten Sache dienen

Mitarbeiter des IT-Spezialisten Cisco Systems zeigten in der Krise menschliche Stärke und nutzten die Technologie des Hauses zu aktiver Hilfe.

  • Eine mehrschichtige CSR-Strategie des Unternehmens beschert nicht nur Preise, sondern stärkt auch die Arbeitgebermarke
  • Freiwilliges Engagement von Mitarbeitern zu unterstützen, zahlt sich aus
  • Konkrete Projekte erzielen eine stärkere Wirkung als theoretische Appelle 

Vermutlich hat schon die schräge Überschrift im Blog „technology in action“ die meisten Besucher der Site stutzen lassen: „What is Willkommenskultur?“ stand da am 19. Februar 2016 zu lesen. Aha, dürften die einen gedacht haben: Wieder einmal ein deutsches Wort wie Rucksack, Feierabend oder Kindergarten, das jeder Übersetzung trotzt. Und der Rest fragte sich vermutlich, was das alles mit Technologie zu tun hat.

Award für Inklusionsarbeit

Den Schlüssel dazu liefert das Unternehmen, das diesen Blog verantwortet: der internationale IT-Netzwerk-Spezialist Cisco. Es ist die Weiterbildungsplattform des Unternehmens, sie bündelt den Informationsaustausch der europäischen „Networking Academys“. An diesem Tag steht dort der Bericht über einen „Special Award“, der von der Organisation „Great Place to work“ verliehen worden war. Anlass: Das Engagement und die Inklusionsarbeit des Unternehmens in Berlin während der Flüchtlingskrise. Dazu zählten persönliche Mitarbeit in Schulen und Flüchtlingslagern genauso wie

Partner bündeln Kräfte

Wie tief das interkulturelle Verständnis bei den IT-Spezialisten geht, zeigte sich allerdings noch klarer an anderer Stelle. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise schloss sich in Hamburg eine Partnerinitiative zusammen, an der Cisco beteiligt war, und entwickelte einen Medizincontainer mit Video-Dolmetschertechnik zur Behandlung von Flüchtlingen. Die Ideengeber holten sich das Okay der Unternehmensleitung über einen Post im internen Chat – nachdem im Standardverfahren zunächst die Frage nach Rendite und Marktfähigkeit eine Hürde aufgeworfen hatte. Dem Prototypen dieses Refugee First Response Centers folgte die Serienproduktion, mit der insgesamt zehn Hamburger Flüchtlingsunterbringungen ausgestattet wurden. Mittlerweile haben dort rund 9.000 Flüchtlinge eine Behandlung erhalten.

Video-Dolmetscher für den Doktor

Der intelligente Einsatz von Netzwerk- und Videokomponenten erlaubt einen schnellen und hochflexiblen Dolmetscherdienst per Bild und Ton. Mediziner vor Ort binden auf diesem Weg Übersetzer für etwa 50 verschiedene Sprachen direkt per HD-Live-Videoübersetzung in die Sprechstunde ein. „Damit werden die sprachlichen Barrieren überwunden, die aufgrund der vielen verschiedenen Nationalitäten bestehen und eine zielgerichtete Behandlung erschweren“, berichtet im Cisco-Blog Mirko Bass, der mit seinem Kollegen Martin Kröger und Harald Neidhardt, dem Gründer der MLOVE Foundation, den ersten Container auf den Weg brachte.

„Idee trägt Früchte“

„Als Cisco Mitarbeiter brachten wir auf freiwilliger Basis unsere Expertise ein, um das Konzept zu erarbeiten. Durch finanzielle Unterstützung durch das Cisco Management konnten wir im Team den ersten Prototypen erstellen und diesen bereits nach nur sechs Wochen in Betrieb nehmen. Es ist uns jeden Tag eine Freude, dass unsere Idee so schöne Früchte trägt und den Menschen eine echte Hilfe zur Verständigung bietet“, freuten sich Bass und Kröger über die Wirkung ihrer Idee – und über die Würdigung im Bundeswettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ diesen Sommer.

Qualität auf mehreren Ebenen

Sein Unternehmen nutzt diese und andere Auszeichnungen ausführlich, um Interessenten ein Bild von Cisco zu geben, das über technische Qualität hinausgeht. Auf der Homepage ist eine ganze Rubrik „What we are proud of“ den zahlreichen Awards gewidmet, die der Technikhersteller auf menschlicher Ebene gewinnen konnte. Mit dem Signal, dass „Employee Volunteering“ eine bei Mitarbeitern hoch geschätzte Eigenschaft ist, rücken damit die „Human Factors“ auf Augenhöhe mit Bits und Bites – und geben der Arbeitgebermarke eine glaubwürdigere menschliche Note, als dies mit Spenden und guten Worten jemals erreichbar wäre.