Mobile Recruiting: Hat die klassische Bewerbung ausgedient?

1. Mai 2018

Auf der Busfahrt noch schnell ein paar Bewerbungen verschicken: Für Arbeitnehmer wird es immer selbstverständlicher, ihren Lebenslauf durch einen einzigen Klick mit potenziellen Arbeitgebern zu teilen. Für diese wird das Mobile Recruiting zur Pflichtaufgabe – und führt zu neuen Herausforderungen.

Grafik Mobiles Recruiting

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland nutzen das Mobiltelefon, wenn sie nach einem neuen Job suchen. Die meisten Bewerber durchforsten dafür Jobsuchmaschinen, klassische Jobbörsen oder Karriereseiten von Unternehmen. Aber nicht nur die Suche erfolgt über das Smartphone, sondern am liebsten sollte auch gleich die Bewerbung darüber erfolgen, wie das Whitepaper „Die Digitalisierung der Arbeitswelt“ von Randstad Deutschland beschreibt. Daher müssen Unternehmen für Bewerber eine nahtlose und positive Benutzererfahrung schaffen, die es ihnen ermöglicht, ihre Unterlagen über alle diese Kanäle mobil abzugeben. Auch das ist eine Form von Employer Branding.

Wer keine mobile Bewerbung anbietet, verliert potenzielle Kandidaten

Über alle Plattformen hinweg erwarten Arbeitnehmer einfache Möglichkeiten zur Bewerbung. Sie möchten ihre Daten durch Verknüpfung mit Bewerbungsportalen oder Business-Netzwerken möglichst leicht mit Unternehmen teilen können und diese nicht erst umständlich in Datenbanken einpflegen müssen Ein Fünftel der Kandidaten präferiert inzwischen die mobile Bewerbung gegenüber der traditionellen Bewerbung, bspw. auf Papier oder per E-Mail. Drei von zehn Kandidaten geben in diesem Zusammenhang auch an, dass sie sich durch die mobile Bewerbung deutlich häufiger auf eine Stelle bewerben. Mehrere Faktoren, wie Zeitersparnis oder erhöhte Effizienz, werden zudem bei der mobilen Bewerbung von den Kandidaten geschätzt, so die aktuelle Studie Monster Recruiting Trends 2018.

Ein gutes Mobilangebot signalisiert Interesse an der Bewerbung

Wer als Unternehmen einfache Benutzeroberflächen anbietet, über die Bewerbungsunterlagen direkt eingereicht werden können, signalisiert dem Bewerber: „Wir respektieren Ihre Zeit. Wir sind an ihrer Bewerbung interessiert.“ In der mobilen Gesellschaft ist dies ein starkes Signal an Talente. Mobile Recruiting macht den Bewerbungsprozess idealerweise also persönlicher, nicht anonymer.

Karriereseiten müssen auf Smartphones ausrichtet werden

Für HR-Spezialisten bedeutet Mobile Recruiting dagegen auch neue Herausforderungen. Die Karriereseiten müssen so überarbeitet sein, dass sie von mobilen Endgeräten abgerufen werden können Eine technologisch veraltete Website erzeugt bei Bewerbern möglicherweise das Gefühl, dass das Unternehmen nicht auf dem neuesten Stand ist oder in die Personalsuche nicht den gleichen Aufwand investiert wie in andere Unternehmensbereiche. Das schreckt insbesondere technologieaffine Millennials ab.

Online-Bewerbungen besser in die Personalprozesse integrieren

Auch die internen HR-Prozesse müssen sich verändern, um Mobile Recruiting besser integrieren zu können. Das digitale Screening von Unterlagen, das durch digitale und standardisierte Bewerbungsunterlagen einfacher wird, erhöht die Bearbeitungsgeschwindigkeit in der Vorauswahl. Gleichzeitig verändert sich dadurch auch die Kommunikation mit dem Bewerber, der heute neben einem schnellen und unkomplizierten Bewerbungsprozess auch eine schnelle Antwort erwartet. Idealerweise melden sich Arbeitgeber nach spätestens vier Wochen – natürlich mobil auf dem Smartphone.

Aktuelle Zahlen zu den Faktoren, die Arbeitnehmern wichtig sind

Welche Faktoren spielen bei der Wahl des Arbeitgebers darüber hinaus eine Rolle? Die Studie Randstad Employer Brand Research liefert jedes Jahr detaillierte Zahlen zur Beantwortung dieser für Unternehmen enorm wichtigen Frage. Bei der Verleihung der Randstad Awards am 8. Mai in Stuttgart werden die Studienergebnisse des Jahres 2018 vorgestellt und die besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet.

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