Sicherung von Fachkräften beginnt mit den Lehrstellen

17. Juli 2011

Statement zum Thema „Personalentwicklung für Azubis“ von Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie" und Handelskammertags (DIHK)

Die Fachkräftesicherung ist mit 55 Prozent das entscheidende Motiv für die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Immer mehr Unternehmen stellen fest, dass sie nicht mehr alle Ausbildungsplätze besetzen können. 2010 betraf das bundesweit fast ein Viertel der Betriebe. Damit blieben rund 55.000 Lehrstellen frei. In Ostdeutschland waren 37 Prozent betroffen. Dabei fällt besonders das Gastgewerbe auf. Mehr als die Hälfte der Unternehmen mussten Lehrstellen unbesetzt lassen, im Osten sogar fast zwei Drittel. Mit 27 Prozent, bzw. 44 Prozent im Osten, ist das Baugewerbe am zweitstärksten betroffen.

Die Fachkräftesicherung bestimmt auch die Übernahmeabsichten der Unternehmen. 54 Prozent der Betriebe wollen alle oder fast alle Auszubildenden, die 2011 voraussichtlich ihre Ausbildung abschließen, übernehmen. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Nach Überwindung der Wirtschaftskrise wird der größere Bedarf an Fachkräften nun für viele Betriebe deutlich spürbar. Die Mehrheit der Unternehmen ist sich bewusst, dass sie selbst aktiv um den Fachkräftenachwuchs werben muss. Binnen Jahresfrist ist der Anteil der Betriebe, die Handlungsbedarf sehen, von 46 auf 56 Prozent gestiegen. Die Wege, die sie dabei gehen, sind vielfältig. Rund 30 Prozent kooperieren mit Schulen. Fast ein Viertel will das Praktikumsangebot für Schüler ausweiten. Ebenso viele verbessern ihr Ausbildungsmarketing. Zudem schalten mehr Unternehmen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen die Arbeitsagenturen ein. Und auch das Internet gewinnt bei der Suche nach Auszubildenden eine immer größere Bedeutung.

Illustration: Daniel Althausen

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