Starke Nachfrage für Rente mit 63

1. April 2017

Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass bewährte Kräfte sie vorzeitig verlassen. Die Suche nach qualifizierten Fachkräften wird damit noch schwieriger.

Starke Nachfrage für die Rente mit 63

Seit Juli 2014 können Arbeitnehmer abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente gehen. Das wird von den Beschäftigten gut angenommen, wie die Randstad-ifo-Personalleiterbefragung (LINK) im 4. Quartal 2016 ergeben hat. In jedem zweiten Unternehmen (52%) machen Mitarbeiter inzwischen von der Regelung Gebrauch. Meist handelt es sich dabei um Facharbeiter (64%).

Neubesetzung von Stellen immer mühsamer

Was für die einen von Vorteil ist, bereitet den Unternehmen Probleme. 97% der Personalleiter gaben an, dass die frei gewordenen Stellen wiederbesetzt werden. Allerdings haben 65% der Befragten damit Schwierigkeiten. Die Suche nach qualifizierten Facharbeitern (69%) gestaltet sich dabei am aufwendigsten, insbesondere das Verarbeitende Gewerbe hat damit zu kämpfen (82%). Obwohl eklatante Personalengpässe entstehen, werden von Unternehmensseite kaum Maßnahmen ergriffen, um die Mitarbeiter länger zu halten. Lediglich 43% der Personalleiter gaben an, dass sie Angebote zur Mitarbeiterbindung schaffen.

Meinungen zur „Flexirente“ noch geteilt

Eine Möglichkeit, damit Mitarbeiter künftig den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibler gestalten können, ist die sogenannte Flexirente, die im Herbst 2016 beschlossen wurde. Diese soll gleichzeitig die Attraktivität erhöhen, eine Beschäftigung während der Rente auszuüben. Das hätte zur Folge, dass die Mitarbeiter länger im Unternehmen bleiben. Laut Befragung der Personalleiter gehen 44% davon aus, dass ihre Mitarbeiter von den Regelungen zur Flexirente Gebrauch machen werden. Und 57% glauben, damit mehr Mitarbeiter binden zu können.

Bedeutung von Flexibilisierung unter der Lupe

Außerdem wird im Rahmen des Randstad-ifo-Personalleiterbefragung regelmäßig ermittelt, welche Flexibilisierungsinstrumente in den befragten Unternehmen zum Einsatz kommen.

Mit 97% flexibilisieren fast alle Unternehmen das eigene Personalmanagement über einen Auf- und Abbau von Überstunden.
Sehr häufig werden aber auch Arbeitszeitkonten (90%) eingesetzt.
Zudem sind innerbetriebliche Umsetzungen (84%) und befristete Verträge (74%) eine Option.
Die Beschäftigungsmodelle Zeitarbeit (59%), Outsourcing (46%) und freie Mitarbeit (43%) finden etwas weniger Anwendung.

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