Talentmanagement – Braucht mein Unternehmen Leistungsanalysen?

18. Mai 2018

Die Arbeitswelt wird immer anspruchsvoller. Wie können Unternehmen sicher sein, dass ihre Mitarbeiter dem Druck gewachsen sind? Ein erster Schritt kann sein, Leistung zu definieren und messbar zu machen.

Talentmanagement

Personalleiter weltweit sind sich einig: 72% von ihnen meinen, dass die Anforderungen an Angestellte in Zukunft steigen werden, wie die Studie „Talent Trends“ von Randstad Sourceright zeigt. Das bedeutet, dass auch die Leistungen der Arbeitnehmer steigen müssen. Aber können Personalleiter eine Leistungssteigerung überhaupt erkennen, wenn sie keine Vergleichswerte haben? Nur etwa ein Drittel aller Arbeitgeber misst die Effizienz ihrer Mitarbeiter. Dabei kann Leistungsmessung, wenn sie richtig aufgebaut und durchgeführt wird, nicht nur die Performance verbessern – sondern auch die Motivation der Angestellten.

Definieren, was Leistung bedeutet

Was bedeutet das für Personaler? Ihre Aufgabe muss es sein, Leistung besser messbar zu machen. Viele Berufe sind so vielschichtig, dass ein Ergebnis nur schwer auf die Leistung des Einzelnen zurückgeführt werden kann. Personalabteilungen können aber gemeinsam mit den Prozessverantwortlichen Kriterien aufstellen, nach denen sie die Leistung aller Teammitglieder fair und transparent beurteilen.

Bewerbersuche optimieren

Unternehmen, die klare Leistungskriterien für offene Positionen definiert haben, starten mit großen Vorteilen in die Mitarbeitersuche. Sie wissen, welche Eigenschaften erfolgreiche Bewerber mitbringen müssen. Schon vor dem Bewerbungsgespräch können sie durch eine zielgerichtete Stellenbeschreibung die geeigneten Bewerber ansprechen. Nach der Besetzung lässt sich die Effektivität der Bewerbersuche an der Leistung des neuen Mitarbeiters bemessen.

Leistung neuer Mitarbeiter verbessern

Wenn klare Ziele definiert wurden, können neu eingestellte Mitarbeiter beim Einstieg in das Unternehmen besser begleitet werden. Das Onboarding kann mit den passenden Ansprechpartnern und digitalen Hilfsmittel wie zum Beispiel einer Onboarding-App verbessert werden. Sie können die ersten Resultate ihrer Arbeit dokumentieren und konkrete Vorschläge zur Einarbeitung in die neuen Themenfelder geben, um neue Mitarbeiter schnell zu einem produktiven Teil des Teams zu machen.

Talentmanagement darf nicht zu Lasten des Einzelnen gehen

Optimierung heißt nicht, dass jeder, der unter dem Leistungsdurchschnitt liegt, seine Sachen packen muss. Stattdessen kann die Leistungsmessung helfen, Mitarbeiter weiterzuentwickeln. Gezielte Weiterbildungen, andere Aufgabengebiete oder einen Wechsel des Teams können nicht nur die Resultate verbessern, auch der Mitarbeiter kann den verloren gegangenen Spaß am Beruf wiedererlangen. Dazu sind klare Kommunikation und konkretes Feedback wichtig. Nur so lassen sich Bewertungen, Erwartungen und Zielgrößen formulieren.

Jeden Mitarbeiter individuell weiterentwickeln

Diese Erwartungen müssen sich am einzelnen orientieren. Unfair wäre es beispielsweise, die Maßstäbe des besten Performers an jeden einzelnen anzulegen. Unrealistische Zielvorgaben können Mitarbeiter demotivieren. Stattdessen sollten Unternehmen für jeden Mitarbeiter einen individuellen Plan zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung aufstellen. Wenn dieser Plan die Erfahrung, die Kompetenzen und persönliche Faktoren mit einbezieht, können für jeden Mitarbeiter konkrete und realistische Ziele aufgestellt werden.

Talentmanagement nutzt Unternehmen und Mitarbeitern

Talent Management nutzt Mitarbeitern und Unternehmen gleichermaßen. Die „Talent Trends“-Studie zeigt, dass gezielte Maßnahmen die Bindung zum Unternehmen, die Produktivität, den Teamgeist und das Arbeitsklima verbessern. Verborgene Talente werden gehoben, indem auf jeden Mitarbeiter einzeln eingegangen wird. Neue und erfahrene Mitarbeiter gleichermaßen können durch erfolgreiches Talent Management ihre Aufgaben produktiver und zufriedener erledigen – eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

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