Überlastung macht Führungskräfte krank

15. Januar 2018

Wachsende Arbeitsbelastung schlägt sich direkt auf den Gesundheitszustand der Führungskräfte nieder. Zu diesem Schluss kommt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einer Analyse.

Überlastung macht Führungskräfte krank

„Psychische Anforderungen, wie bei der Arbeit gestört und unterbrochen zu werden, unter starkem Termin- und Leistungsdruck zu arbeiten oder verschiedene Arbeiten gleichzeitig zu betreuen, kommen bei Führungskräften besonders häufig vor. Dabei sind die Arbeitsanforderungen umso häufiger, je größer die Führungsspanne ist.“ So würden beispielsweise 48 Prozent der Führungskräfte mit 1 bis 2 Mitarbeitern häufig bei der Arbeit gestört und unterbrochen. Es sind jedoch 64 Prozent der Vorgesetzten betroffen, wenn sie Führungsverantwortung für mehr als 10 Mitarbeiter haben. Diese Zahlen und ihre Analyse gehen aus einem jetzt veröffentlichten „Faktenblatt“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hervor.

Grenze von Leistungsfähigkeit und Gesundheit

Diese Belastung schlägt sich nach Einschätzung der BAuA direkt auf den Gesundheitszustand der Führungskräfte nieder. Höheren Anforderungen erzeugen eine Zunahme gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Darunter finden sich häufig psychosomatische Beschwerden wie Reizbarkeit, Erschöpfung, Müdigkeit oder Schlafstörungen. „Insbesondere häufiges Arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit geht mit mehr psychosomatischen Beschwerden einher“, heißt es in dem Papier.

Häufig mehrere Symptome gleichzeitig

Die Folgen der Überlastung äußern sich laut BAuA mehrheitlich in einer Kombination von Symptomen gestörter Gesundheit. „65 Prozent der Führungskräfte, die häufig diese Arbeitsbedingung nennen, geben an, gleichzeitig unter drei oder mehr Beschwerden zu leiden. Von den Vorgesetzten, die dieser Anforderung nicht ausgesetzt sind, klagen hingegen nur 22 Prozent über drei oder mehr Beschwerden.“

Termindruck erzeugt Beschwerden

Darüber hinaus weist die Analyse, die auf Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 beruht, nach, dass knapp die Hälfte der Führungskräfte, die häufig starken Termin- und Leistungsdruck haben, drei oder mehr Beschwerden auf. Gleiches gelte für jene, die oft bei der Arbeit gestört und unterbrochen werden oder sehr schnell arbeiten müssen.

„Gesunde“ Führung gefordert

„Ungünstige Anforderungen, wenig Handlungsspielraum, fehlende Unterstützung und psychosomatische Beschwerden können die gesunde Führung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erschweren“, so Fazit und Analyse der BAuA-Experten. „Zur Förderung der Gesundheit aller Beschäftigten sollten Unternehmen daher die Anforderungen begrenzen und selbstständiges Handeln sowie den kollegialen Austausch stärken.“

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