Was tun wenn der junge Chef nicht akzeptiert wird?

24. Juli 2018

Vorgesetzte haben oft einen schweren Stand bei Mitarbeitern, die älter sind als sie selbst. Wie kann der Arbeitgeber junge Chefs dabei unterstützen, den Rückhalt ihrer Kollegen zu gewinnen?

Was tun wenn der junge Chef nicht akzeptiert wird?

Zwei von drei Arbeitnehmern bevorzugen einen älteren Vorgesetzten, wie eine aktuelle Studie von Randstad herausgefunden hat. Ist der neue Chef noch jung, zweifeln seine Angestellten an dessen Erfahrung oder sind neidisch auf den Durchstarter. Das führt zu Spannungen und lähmt die Leistung des gesamten Teams. Damit es nicht so weit kommt, müssen Unternehmen das Konfliktpotential erkennen und die richtigen Maßnahmen ergreifen.

Nichts überstürzen

Dass Mitarbeiter gegenüber einem neuen Vorgesetzten anfangs reserviert sind, ist ganz normal. Die Kollegen müssen sich erst kennenlernen, Vertrauen unter Menschen braucht Zeit. Die ersten 90-100 Tage gehören in der Regel zur Eingewöhnungsphase. Wenn danach immer noch Spannungen herrschen, muss der Arbeitgeber aber nach den Ursachen forschen.

Kritik anhören

Der erste Schritt sollte immer die Bestandsaufnahme sein. Was genau sind die Probleme? Wer ist besonders unzufrieden? Fundierte Kritik kann eine Hilfe bei der Ursachensuche sein. Vielleicht offenbart der Dialog mit den Mitarbeitern schon eine Lösung oder legt ganz andere Probleme offen, an die man vorher nicht gedacht hatte. So kann es sein, dass die Kollegen schon vorher unzufrieden waren und der neue Chef oder die neue Chefin nur der Sündenbock für den schwelenden Unmut ist.

Rückhalt zeigen

Der schnellste Weg, Vertrauen zu gewinnen, führt über transparente Kommunikation. Junge Führungskräfte trauen sich das oft nur dann, wenn ihnen der Rückhalt von oben sicher ist. Stellt sich die Führungsetage hinter die Neue oder den Neuen, gibt das Selbstvertrauen und sendet ein positives Signal an das Team.

Einen Mentor engagieren

Gerade für Führungskräfte mit kurzem Lebenslauf ist die Konfrontation mit dem Team wahrscheinlich der erste Konflikt dieser Art. Das verursacht psychischen Druck und ist der Chef gestresst, färbt das wiederum auf die Mitarbeiter ab – ein Teufelskreis. Ein persönlicher Mentor kann helfen, mit der Belastung fertig zu werden und wieder souverän aufzutreten. Für diese Rolle eignen sich erfahrene Kollegen aus dem eigenen Unternehmen oder ein externer Coach am besten.

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