Wie verändert sich die Arbeitswelt 2019?

9. Januar 2019

Wir stellen vier strategische Trends vor, die Unternehmensorganisation und Personalentwicklung direkt beeinflussen – und damit auch Arbeitgeberattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Digitalisierung am Arbeitsplatz

... das ist kein Trend mehr, sondern ein Grundzustand. Gleichwohl lohnt es sich, nicht alle Spielarten der Digitalisierung über einen Kamm zu scheren. Wie sie neue Arbeitsmittel ins Spiel bringen: erkannt. Wie sie Prozesse verändern: im Laufen. Wie sie Effizienz erhöhen: durchkalkuliert. Allerdings gibt es einen Faktor, der bisher als Ausnahme betrachtet wird, künftig aber die Norm ist: die „digitale Disruption“ auf allen Ebenen. Damit ist gemeint, dass die Veränderung aufgrund digitalen Fortschritts nicht mehr als Einzelfall in einigen Branchen gesehen werden darf. Sie wird zum Grundprinzip wirtschaftlichen Handelns. Die Zahl der Arbeitsplätze, die ohne Online-Komponenten auskommen, wird immer geringer, die Zahl der Mitarbeiter, die ohne Internet-Anschluss arbeitsunfähig sind, immer größer. Unternehmen, die sich dem digitalen Wandel verschließen, werden daher nicht nur wegen fehlender Technik scheitern, sondern auch wegen fehlender qualifizierter und online-affiner Mitarbeiter. Denn die „digital natives“ wollen Impulse setzen, Verantwortung übernehmen, Veränderungen führen, alte Strukturen brechen. Wo ihnen der Spielraum dafür fehlt, tauchen sie erst gar nicht mehr auf.

Das Prinzip „Arbeitsplatz“ weicht auf

... denn nicht nur der Abschied von unflexibler fester Arbeitszeit von „acht bis vier“ mit fixer „Mittagspause“ sowie die Differenzierung in stationäre, mobile oder „home office“ Arbeitsplätze greifen um sich. Auch hier ist festzustellen: Flexibilität ist kein Trend mehr, sondern Normalität. Beschrieb Karl Marx einst die industrielle Arbeitsteilung noch als „Entfremdung von der Arbeit“, sind Arbeitgeber heute nicht nur damit gefordert, ihren Beschäftigten die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit im Rahmen von Unternehmenswerten nahe zu bringen. So stellt Petra Timm, Director Group Communications bei Randstad Deutschland, fest: 'In der immer stärker von Technologie geprägten Welt der Arbeit verliert der 'Faktor Mensch' nicht an Bedeutung, sondern nimmt eine wichtigere Rolle ein als je zuvor. Echte Verbindungen entstehen nicht aus Daten und Algorithmen - sie brauchen menschliche Interaktion, Empathie und Intuition. Genau hier, an der Schnittstelle zwischen der Technologie und dem Menschen, müssen Unternehmen in Zukunft ansetzen. Sie müssen sich auch der Frage stellen, wie viel individuelle Persönlichkeit der jeweilige Arbeitsplatz verträgt und wie weit einzelne Mitarbeiter in der Gestaltung ihrer Arbeit autonom sein sollen, müssen und dürfen. Diese Herausforderung wächst mit jeder Nachwuchskraft, die ins Unternehmen eintritt'.

Wie man „Künstliche Intelligenz“ intelligent einsetzt

... wird zu einer Frage, deren Antwort(en) für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer mehr Nutzen versprechen als a) dauerhaftes Schlechtreden der KI oder b) der Versuch, sie zu bekämpfen. Personalverantwortliche zum Beispiel sind gut beraten, bei Recruiting und bei der Prognose von Personalentwicklung bereits vorhandene KI-Produkte zum Sammeln und Auswerten von Daten zu nutzen, um den dadurch gewonnen Freiraum zu nutzen, um ihre eigene Kompetenz wieder stärker ins Spiel zu bringen. Dies führt nicht zuletzt dazu, den strategischen Wert von HR im Unternehmen wieder stärker zu betonen.

Der Blick auf die „Leistung“ von Mitarbeitern wird differenzierter

... obwohl es auch weiterhin noch Jahresgespräche geben wird. Ihr Gewicht und ihre Rolle in der Kommunikation zwischen Führungskräften und den ihnen anvertrauten Mitarbeitern aber verschiebt sich – hin zu einem differenzierten und häufigeren Informations- und Gedankenaustausch über Erreichtes und Geplantes. Dies führt auf Dauer nicht nur zu einem neuen Umgang mit Erfahrungen, Wissen und Ideen, sondern legt auch ein Umdenken bei Themen wie Entlohnungsstufen, Prämien oder Beförderungen nahe. Im Zuge eines Wandels in der Arbeitskultur, der von vielen Faktoren beeinflusst wird, steht diese Differenzierung nicht am Anfang der Veränderung, sondern muss innerhalb der Personalarbeit als kontinuierlicher Begleiter gesehen und behandelt werden.

investor relations