Wie verschieden sind Frau und Mann im Job?

10. Januar 2019

Berufstätige Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer und sind seltener in Führungspositionen vertreten. Doch das sind nicht die einzigen Unterschiede in der Arbeitswelt zwischen den Geschlechtern.

Gesrpäch

Wenn wir über Chancengleichheit im Job sprechen, meinen wir oft den Gender Pay Gap und den Mangel an Frauen in leitenden Positionen. Beides sind Probleme, welche die Politik mit einer gesetzlichen Frauenquote (2016) und dem Entgelttransparenzgesetz (2018) bekämpfen will – bisher mit gemischtem Erfolg.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern machen sich aber nicht nur beim Geld und der Position bemerkbar. Wir haben eine Auswahl der interessantesten Fälle aus unseren Studien zusammengetragen.

Weniger Lernangebote

In einer sich schnell verändernden Arbeitswelt ist Lernen die beste Vorsorge gegen Arbeitslosigkeit. Auch wenn dieses Kredo von allen Seiten gepredigt wird, scheinen einige Unternehmen damit nur ihre männliche Belegschaft zu meinen. 40% aller weiblichen Arbeitnehmer in Deutschland bekommen keine Weiterbildungsangebote von ihrem Arbeitgeber angeboten (Randstad Arbeitsbarometer Q3 2017). Bei den Männern gehen nur 29% leer aus.

Bessere Work-Life-Balance

E-Mails vom Smartphone schreiben, ständig erreichbar sein und keinen geregelten Feierabend mehr haben – flexibles Arbeiten bringt zwar mehr Freiheit, kann aber auch in Stress ausarten. Frauen in Deutschland haben damit weniger Probleme als Männer. Etwa jede dritte Frau (34%) spürt negative Folgen für ihr Privatleben, weil sie nicht abschalten kann (Randstad Arbeitsbarometer Q1 2018). Bei Männern ist es fast jeder zweite (47%).

Auswandern? Lieber nicht

Auf einem globalen Arbeitsmarkt suchen Unternehmen immer öfter im Ausland nach qualifizierten Mitarbeitern und Bewerber finden online in Sekunden den Traumjob am anderen Ende der Welt. Noch nie war Auswandern für den Beruf so einfach. Die Hälfte der männlichen Arbeitnehmer (49%) sind bereit, für einen Job, den sie nicht in Deutschland ausüben können, ins Ausland zu gehen (Randstad Arbeitsbarometer Q2 2017). Frauen sind mit 37% deutlich zurückhaltender.

Skeptisch bei Gehaltserhöhung

Der Gender Pay Gap in Deutschland spiegelt sich nicht nur in den aktuellen Gehältern wider. Auch für die Zukunft sind Frauen im Schnitt skeptischer als Männer. 2018 erwarteten 41% der Frauen eine Gehaltserhöhung, bei den Männern waren es stolze 47% (Randstad Arbeitsbarometer Q4 2017). Interessant: Jeder fünfte Personalleiter (21%) begründet Lohnunterschiede mit dem Verhandlungsgeschick seiner Mitarbeiter.

Weniger Aufmerksamkeit vom Chef

Eigenverantwortliche Mitarbeiter, die selbst entscheiden können, wie sie dem Unternehmen am meisten Nutzen bringen – das wünschen sich viele Chefs, zumindest offiziell. In der deutschen Realität bekommen immer noch 65% der männlichen Arbeitnehmer von ihrem Vorgesetzten gesagt, was als nächstes zu tun ist (Randstad Arbeitsbarometer Q1 2018). Frauen bekommen mit 58% vergleichsweise seltener Aufgaben vorgeschrieben.

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