Wirtschaftsjahr 2018: Das erwarten Arbeitnehmer in Europa

20. März 2018

Das neue Jahr hat nicht für alle Branchen rosig begonnen. Deutsche Unternehmen senken laut ifo-Barometer ihre Exporterwartungen und auch das ifo-Geschäftsklima trübt sich bei deutschen Dienstleistern ein. Trotzdem hat die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland positive Erwartungen an 2018, was die Wirtschaftsentwicklung angeht. Nur 40% rechnen mit einer Verschlechterung, wie das Randstad Arbeitsbarometer (Q4 2017) ergeben hat.

Wirtschaftsausblick für Europa 2018

Ein ähnliches Bild zeigt sich in anderen nordeuropäischen Ländern. Mehrheitlich gehen die Arbeitnehmer davon aus, dass die Wirtschaft in ihrem Land weiter wachsen wird (Niederlande: 68%; Schweden: 63%; Österreich: 68%). Den Briten dagegen verhagelt der Brexit die Stimmung, 60% blicken pessimistisch in die Zukunft und glauben an keinen wirtschaftlichen Aufschwung in diesem Jahr.

Europa ist tief gespalten

Doch währen der Norden weitestgehend positive Erwartungen an das Jahr 2018 hat, sieht die Lage im Süden Europas ganz anders aus. Sieben Jahre nach der Euro-Krise ist Europa nach wie vor tief gespalten und von einer wirtschaftlich starken Gemeinschaft weit entfernt. In den krisengebeutelten Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland greifen die Sparmaßnahmen und Reformen zwar, aber der Unmut unter den südeuropäischen Arbeitnehmern ist nach wie vor groß. Sie gehen für 2018 von einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage in ihrem Land aus.

Portugal bildet Ausnahme

Spanien hat mit hohen Staatsschulden, politischen Krisen und einem instabilen Arbeitsmarkt zu kämpfen. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer (56%) rechnet mit einem Abwärtstrend in 2018. Schlusslicht in Europa ist unverändert Griechenland. Dort glauben 63%, dass die Wirtschaft weiter abrutschen wird. Die einzige Ausnahme bildet Portugal. Hier rechnen 68% der Beschäftigten mit einem wirtschaftlichen Aufwärtstrend.

„Obwohl es Lichtblicke wie Portugal gibt, wächst die Kluft zwischen Südeuropa und den anderen europäischen Staaten weiter“, so Petra Timm, Director Group Communications bei Randstad. „Das Gefälle in der Wirtschaftskraft wirkt sich auch auf die Arbeitsmärkte aus. Solange diese sich weiter in unterschiedliche Richtungen entwickeln, wird die Spaltung zwischen den Ländern Europas schwer zu überwinden sein.“

Randstad Arbeitsbarometer

Die dargestellten Ergebnisse stammen aus dem Randstad Arbeitsbarometer. Die Online-Umfrage wird in 33 Ländern vierteljährlich durchgeführt. In den teilnehmenden Ländern wurden je 400 Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren aus unterschiedlichen Branchen befragt.

Wirtschaftsausblick für Europa 2018
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