Wunsch nach weiblicher Führung wächst

24. April 2013

Frauen in Führungspositionen - ein Thema, das in Deutschland derzeit spürbar an Bedeutung gewinnt. Aber auch jenseits der Grenzen ist es Gegenstand eines „harten Kampfes“, wie der jüngste Randstad Workmonitor im globalen Vergleich feststellt. Die befragten Mitarbeiter jedenfalls sympathisieren schon sehr kräftig mit weiblichen Chefs.

Rund um den Globus haben in Unternehmen weiterhin Männer das Sagen. Bei der aktuellen Erhebung des international aufgebauten „Randstad Workmonitor“ bestätigten 64% aller Beschäftigten, dass ihr Arbeitgeber mehr männliche als weibliche Führungskräfte beschäftigt. Dabei ist das Verhältnis in China (90% Männer), Indien (80%), Japan (78%) und der Türkei (75%) am deutlichsten zugunsten der Männer verschoben. Am meisten ausgeglichen stellt sich bei der Umfrage, die inzwischen 32 Länder rund um den Globus erfasst, die Lage in Norwegen (54% Männer), Polen (53%) und Schweden (53%) dar. Eine bedeutende Wirtschaftsnation, in der das Verhältnis zugunsten der Frauen ausfiele, gibt es nicht.

Die Situation scheint für die Mehrheit der Beschäftigten zwar akzeptabel, zumindest sind sie noch in der Mehrheit gegenüber jenen (46%), die sich bei ihrem gegenwärtigen Arbeitgeber mehr Frauen in Führungspositionen wünschen. Dieser Wunsch ist unter den Arbeitnehmern in China (79%) und Indien (76%) am stärksten ausgeprägt, am geringsten in Ungarn (25%), Dänemark (30%), Norwegen (33%) und Neuseeland (33%).

Dabei sind die Erwartungen, Führungskräfte welchen Geschlechts besser zur Unternehmensleitung geeignet seien, schon weitgehend gleich verteilt. Global betrachtet sehen hier 45% der Beschäftigten lieber einen Mann an der Spitze, 38% lieber eine Frau. Wobei zum Teil kulturelle Traditionen die Erwartungshaltung prägen, etwa in Asien, wo zwei Drittel und mehr der Befragten Männer bevorzugen. Andererseits überraschen Länder, die gemeinhin dem „Machismo“ zugeordnet werden, mit einem Votum für weibliche Chefs: Spanien mit 57% (22% für Männer), Chile mit 56% (22%) und Mexico mit 50% (25%) haben hier ganz klare Vorstellungen. Perspektivisch dürften sich die Verhältnisse überall weiter angleichen, wenn es nach den Vorstellungen der Mitarbeiter geht, denn gerade die jungen Beschäftigten unter 24 liegen mit ihrem Wunsch nach weiblichen Führungskräften (47%) weit über dem Durchschnitt.

Die Zustimmung zu Führungsteams, die nach Geschlechtern ausgewogen besetzt sind, ist weltweit mit 84% sehr hoch. Um dort hin zu kommen, betrachtet eine Mehrheit der Beschäftigten (57%) eine Quotenregelung als wirksamen Hebel. Drei Viertel der Befragten befürworten dabei auch eine gleiche Bezahlung von Männern und Frauen in vergleichbaren Positionen, wobei ein gutes Drittel davon ausgeht, dass dieser Zustand noch nicht erreicht ist.

Der Weg für Frauen in Führungspositionen scheint dem Workmonitor zufolge in zwei Ländern besonders schwierig: Dass es für sie mühsamer ist, an die Spitze befördert zu werden, sehen in China 86% der Beschäftigten so – und mit 79% knapp dahinter deutsche Arbeitnehmer. Vor allem verglichen mit den 50%-Werten, wie sie in Mexico, Norwegen und Singapur gemessen werden, liegt dies sehr weit über dem internationalen Durchschnitt von 62%.

Trotzdem ermutigen 57% der Beschäftigten Frauen, nach Führungspositionen zu streben. Am stärksten ist dies in Australien, Canada und den USA ausgeprägt, wo Werte um 74% Zustimmung erreicht werden. In Ungarn (25%), Japan (36%) und Tschechien (38%) fällt die Ermutigung am schwächsten aus.

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