Zeitumstellung - Das gibt es zu beachten!

Zweimal im Jahr kommt die gleiche Frage auf, wie im Jahr zuvor und dem Jahr davor: Wann wird die Uhr umgestellt? Und wenn das “Wann” geklärt wurde: Eine Stunde vor oder zurück? Randstad beantwortet die wichtigsten Fragen.

Zeitumstellung

Am letzten Wochenende im März wird von Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt und der Uhrzeiger rückt von zwei auf drei Uhr. Die zweite Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit erfolgt am letzten Wochenende im Oktober. Eine einmalige Gelegenheit im Jahr, die Zeit zurückzudrehen.

Vor oder zurück?

Um nicht jedes Mal erneut nachzuschauen, ob der Tag nun eine Stunde länger oder kürzer ist, können zum Beispiel folgende Eselsbrücken helfen:

  • Im Sommer werden die Tische (Stühle, Gartenmöbel) hervorgeholt, im Winter zurückgestellt

  • Im Sommer gibt es Plusgrade, im Winter Minusgrade

  • 2-3-2 (die Uhrzeit wird von 2 Uhr auf 3 Uhr und erneut auf 2 Uhr gestellt)

Sommer- und Winterzeit: Der Ursprung

In Deutschland wurde eine einheitliche Zeitzone eingeführt, damit ein allgemeingültiger Fahrplan für die Bahn erstellt werden konnte und die gleiche Zeit in München und Hamburg galt. Von den USA aus war die Welt zuvor in Zeitzonen eingeteilt worden.
1916 erfolgte zum ersten Mal die Zeitumstellung von Winterzeit auf Sommerzeit, die dazugewonnene Stunde und das zusätzliche Tageslicht sollte im Krieg einen Vorteil bringen. Nach Kriegsende gab es bis 1940 keine Sommerzeit mehr, seit 1980 herrscht in Deutschland bis heute regelmäßig Winterzeit von Oktober bis März.

Unsere Innere Uhr

Der Mensch richtet sich nach zwei Uhren: der aktuellen Zeitangabe, die auf der Uhr angezeigt wird und dem biologischen Rhythmus des Körpers. Erstere ist durch die Zeitzone definiert, in der die Person lebt, während der chronobiologische Rhythmus individuell ist. Frühaufsteher oder Langschläfer -  der Körper hat seinen eigenen Zeitplan, den wir nur bedingt beeinflussen können. Sicher helfen Kaffee oder Energydrinks wach zu werden, aber genügend Schlaf ist die bessere und gesündere Lösung.

So bringt die Zeitumstellung unseren Rhythmus durcheinander

Die Zeitumstellung von Winterzeit auf Sommerzeit beeinflusst unsere innere Uhr, und damit auch einige Körperfunktion wie den Blutdruck und Blutzucker, die Hormonausschüttung oder unseren Puls. Wenn der Wecker am letzten Sonntag im März klingelt, ist es ist zu früh und viele brauchen länger, um in den Tag zu kommen.
In Folge können Menschen an einem “Mini-Jetlag” leiden (unter anderem mit den Symptomen Schlafstörung, Appetitlosigkeit, Gereiztheit), während sich der chronobiologische Rhythmus wieder neu einstellen muss. Die Neuorientierung des Biorhythmus kann bis zu zwei Wochen dauern. Statistiken zeigen, dass ein Leben gegen die innere Uhr Krankheits- und Herzinfarktrisiken erhöht und am Montag nach der Zeitumstellung mehr Verkehrsunfälle stattfinden.

EU-Abstimmung: Deutliche Mehrheit für Abschaffung

Nachdem das Argument der Energieersparnis widerlegt und der temporäre negative Einfluss auf den Körper des Menschen während der Umstellung bewiesen wurde, kam die Überlegung auf, nicht mehr am Uhrzeiger zu drehen.

Auslaufmodell Zeitumstellung

Am 5. Februar 2018 genehmigte das EU-Parlament eine Abstimmung, ob Winter- und Sommerzeit gewünscht werden. Das Ergebnis ist eindeutig: 84% der EU-Bürger sprachen sich gegen eine Zeitumstellung aus. Vorübergehend war der Server der Online Umfrage überlastet, da sich viele Europäer an der Erhebung beteiligten. Am 26.03.2019 stimmte auch das EU-Parlament gegen die Zeitumstellung, einer Reform steht nun fast nichts mehr entgegen.

Was spricht dauerhaft für Winterzeit, was für Sommerzeit?

Ursprünglich sollte bereits dieses Jahr zum letzten Mal am Zeiger gedreht werden, doch der früheste Zeitpunkt wird momentan auf das Jahr 2021 geschätzt.

Es sind zum Beispiel folgende Fragen zu klären:

  • Gibt es dauerhaft Winter- oder Sommerzeit in Deutschland?

  • Gilt eine einheitliche Zeit in ganz Europa?

  • Gibt es Folgen für den europäischen Binnenmarkt?

Jedem EU-Mitgliedsland steht die Wahl frei, sich zwischen Sommer- oder Winterzeit zu entscheiden. Da kann es gut sein, dass in Nachbarländern zwei verschiedene Zeiten herrschen - möglicherweise kommt dann auch noch die Differenz der Zeitverschiebung hinzu.

Mal schauen, ob bis 2021 eine Umsetzung möglich ist.