Fehlzeiten wegen den Folgen des Vulkanausbruchs sind unbezahlter Urlaub

21. April 2010

Der Vulkanausbruch in Island hat die Welt – zumindest den europäischen Teil – fest im Griff. Seit Tagen sitzen Urlauber an allen denkbaren Orten fest und warten darauf, dass das Flugverbot aufgehoben wird. Denn viele müssten schon längst wieder an ihrem Arbeitsplatz sein und wurden nun unfreiwillig dazu gezwungen, unbezahlten Urlaub zu nehmen.

So sieht es zumindest das Gesetz vor: Zwar trägt kein Arbeitnehmer die Schuld daran, dass in Island ein Vulkan ausbricht, in Folge dessen der Flugverkehr europaweit lahmgelegt ist und er seinem Arbeitgeber nicht zur Verfügung stehen kann. Doch liegt in diesem Fall für den Mitarbeiter kein persönlicher Grund vor, weswegen er nicht zur Arbeit erscheinen kann. Ein persönlicher Grund wäre beispielsweise die Beerdigung eines Angehörigen. Daran würde er zwar auch keine Schuld haben, aber er wäre persönlich und ausschließlich betroffen.

Was die Aschewolke anbelangt betrifft sie einen größeren Personenkreis. Sie ist ein sogenanntes allgemeines Leistungshindernis und fällt unter das allgemeine Wegerisiko. Auch Störungen aufgrund Eisglätte oder Schneefall zählen dazu (wir berichteten: Arbeitsausfall wegen Schnee und Eis ist kein persönlicher Grund.

Arbeitnehmer, deren Urlaub vorbei ist, die jedoch aufgrund des Flugverbots ihre Arbeit noch nicht wieder aufnehmen können oder konnten, müssen für die Fehltage unbezahlten Urlaub nehmen. Es sei denn, ihr Arbeitgeber kommt ihnen entgegen, und sie haben die Möglichkeit für die versäumte Zeit Überstunden abzubauen oder ihren Urlaub zu verlängern. Während des unbezahlten Urlaubs ist ein Arbeitnehmer weiterhin sozialversichert, solange es den Zeitraum von einem Monat nicht überschreitet.

investor relations