Arbeitsmarkt Juli 2010

2. August 2010

Arbeitsmarkt erholt sich weiter – trotz sommerbedingtem Anstieg der Arbeitslosigkeit

Laut dem aktuellen Monatsbericht der Agentur für Arbeit entspannt sich die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt zunehmend. Auch im Juli 2010 nahmen die Erwerbstätigkeit sowie  die sozialpflichtige Beschäftigung weiter zu und überstiegen die Werte von Juli letzten Jahres. Saisonal bereinigt sanken auch Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit im vergangenem Monat. Allein aufgrund der Jahreszeit und der damit verbundenen Sommerpause sind diese kurzfristig erneut gestiegen. Noch immer spielt Kurzarbeit in manchen Unternehmen eine Rolle, doch ist diese im Vergleich zu ihrem Höhepunkt im Mai 2009 um knapp zwei Drittel gesunken.

Im Juli erhielten 5.812.000 erwerbsfähige Personen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II . Das waren 4.000 weniger als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich ist die Zahl der Leistungsempfänger um knapp 160.000 gesunken. Im Vergleich zu Juni gab es im Juli dieses Jahr bundesweit 39.000 Arbeitslose mehr, wovon 89 Prozent Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bzw. aus der Arbeitslosengrundsicherung bezogen.

Saisonbereinigt wurde im Juli ein Zugang von 11.000 freien Stellen gemeldet. Lässt man die jahreszeitlich bedingten Faktoren außen vor, gab es 391.000 unbesetzte Arbeitsplätze, von denen 88 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Berufsberatungsjahr 2009/2010 sind bis Juli leicht weniger Bewerber gemeldet als im Vorjahr im gleichen Monat. Trotz allem gibt es mehr gemeldete junge Menschen, die auf einen Ausbildungsplatz warten als freie Plätze. Vergleicht man diese Zahlen jedoch mit jenen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ergibt sich ein komplett anderes Ergebnis: Dieser gab kürzlich bekannt, dass mangels geeigneter Bewerber viele Ausbildungsstellen in diesem Jahr unbesetzt bleiben werden (siehe auch Artikel 2010 gibt es mehr freie Lehrstellen als Bewerber).

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