Zukünftig soll es einfacher werden, Berufsabschlüsse aus dem Ausland auch in der Bundesrepublik anerkennen zu lassen.

Heute, am 23. März 2011, verabschiedet der Bundestag einen Gesetzentwurf zur Anerkennung ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse in Deutschland. Laut Bildungsministerin Annette Schavan von der CDU ist das „ein wichtiges Signal für die Integration“. Laut Schätzung arbeitet knapp ein Drittel der in Deutschland lebenden Ausländer unter ihrer Qualifikation.

Zwar gibt es bereits Regelungen zur Anerkennung nicht-deutscher Abschlüsse, jedoch betreffen diese nur Berufsqualifikationen, die von Arbeitnehmern aus EU-Ländern erworben wurden. Menschen, die außerhalb der EU ihre Berufsausbildung oder ihr Studium absolviert haben, werden momentan noch Steine in den Weg gelegt.

In Zukunft sollen durch das geplante Gesetz Anträge auf Anerkennung der ausländischen Abschlüsse innerhalb einer dreimonatigen Frist geprüft werden. Anschließend erfahren die Antragssteller ob und welche Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich sind, die sie berechtigen, mit ihrer Ausbildung auch in der Bundesrepublik zu arbeiten.

Für Schavan ist das auch ein wichtiger Schritt zur Beseitigung des Fachkräftemangels in Deutschland. Bisher hatten Nicht-EU-Bürger „... keinen Anspruch auf Prüfung ihrer Qualifikation. Sie sind deshalb häufig woanders hingegangen“. Gemäß aktueller Rechtsprechung muss bislang erst geprüft werden, ob eine freie Stelle nicht mit einem deutschen Bewerber beziehungsweise einem Bewerber aus einem EU-Staat besetzt werden kann. Nur wenn das nicht der Fall ist, darf auch jemand eingestellt werden, der nicht ursprünglich aus der EU kommt.