Wer kein Feedback bekommt, hat wenig Anreiz sich einzubringen

4. April 2011

Gallup-Umfrage macht deutlich, dass Führungskräfte zu wenig auf die Bedürfnisse ihrer Belegschaft eingehen.

Über 120 Milliarden Euro beträgt die Summe der volkswirtschaftlichen Kosten, die sich jedes Jahr anhäuft, weil Arbeitnehmer aus Unzufriedenheit im Job nicht kundenorientiert und motiviert arbeiten – das ist elf mal mehr als beispielsweise für den Etat „Bildung und Forschung“ im Bundeshaushalt 2011 zur Verfügung steht.

Seit 2001 veröffentlicht das Beratungsunternehmen Gallup jedes Jahr den Engagement Index für Deutschland. Für die neuesten Ergebnisse wurden im Herbst letzten Jahres 1.920 volljährige Personen durch Zufallsauswahl telefonisch zu ihren Arbeitsumständen befragt.

Die Auswertung zeigt, dass bereits jeder fünfte Arbeitnehmer innerlich gekündigt hat. Bemerkbar macht sich diese Tatsache durch geringe Produktivität, hohe Fehlzeiten und wenig motiviertes Verhalten seitens der Arbeitnehmer. Von 100 befragten Personen gaben 21 Prozent an, keine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitsplatz zu haben, 66 Prozent hatten eine geringe und nur 13 Prozent eine hohe emotionale Bindung.

Das Ergebnis schlägt sich unter anderem auch in wenig oder gar nicht vorhandener Einsatzbereitschaft für das arbeitgebende Unternehmen nieder. Im Schnitt waren nur 63 Prozent bereit, auch hin und wieder über das normale Maß hinaus zu arbeiten, nur 47 Prozent übernahmen zusätzliche Aufgaben und gerade mal 26 Prozent machten sich Gedanken darüber, wie Arbeitsprozesse optimiert werden könnten.

Die Bedürfnisse der Mitarbeiter werden von Führungskräften größtenteils nicht ausreichend wahrgenommen. Denn als Gründe für die ablehnende Haltung gegenüber dem Arbeitsumfeld wurden von den Befragten zu wenig Förderung und Interesse von Arbeitgeberseite sowie nicht genügend Feedback und Mitspracherecht genannt.

Die Präsentation zum Engagement Index 2010 ist bei Gallup abrufbar.

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