Ungenutztes Potenzial Teilzeit

23. Mai 2011

Viele Frauen würden gerne länger arbeiten, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Während Männer meist Vollzeit arbeiten, stieg die Quote der in Teilzeit beschäftigten Frauen im vergangenen Jahr deutlich an.

Seit 1991 hat der Anteil der Frauen unter den Berufstätigen um 5,7% zugenommen. Damit war im vergangenen Jahr die Hälfte aller Beschäftigten weiblich. Das Arbeitsvolumen weiblicher Beschäftigter – also die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden – lag jedoch nur bei 43%, sprich: Viele Frauen sind nur in geringfügigen oder in Teilzeitarbeitsverhältnissen beschäftigt.

Das IAB sieht in dieser Tatsache ein ungenütztes Potenzial. Denn viele Frauen wünschen sich durchaus längere Arbeitszeiten, sofern bessere familienfreundliche Arbeitsmodelle verfügbar wären. Das Hauptmotiv für Beschäftigte, „nur“ Teilzeit zu arbeiten, sind meist die erforderlichen Freiräume, um Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können.

Während Männer in erster Linie beim Eintritt (parallel zu Schule und Studium) in den Arbeitsmarkt oder beim Austritt aus diesem (z. B. durch Altersteilzeit) in Teilzeit arbeiten, reduzieren Frauen ihr Arbeitsvolumen in erster Linie in der Familienphase, in den die Familiengründung sowie die Kindererziehung fallen.

Das IAB sieht in Sachen Teilzeitbeschäftigung Handlungsbedarf vieler Arbeitsmarktakteure in verschiedenen Politikbereichen, um insbesondere Frauen stärker am Erwerbsleben teilhaben zu lassen.

Den Kurzbericht zur Analyse finden Sie zum Download auf der Webiste des IAB.

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