ELENA hat ausgedient

Zur Reduzierung von Kosten und Bürokratie eingeführt, wird ELENA nun wegen gegenteiligem Ergebnis wieder abgeschafft.

Anfang 2010 fiel der Startschuss für den elektronischen Entgeltnachweis (ELENA), der den Unternehmen und den Behörden Bürokratie-, Zeit- und Papierersparnis bringen sollte. Seitdem haben Arbeitgeber die Entgeltdaten ihrer Mitarbeiter jeden Monat an die „Zentrale Speicherstelle der Deutschen Rentenversicherung übermittelt – auf elektronischem Wege. Ursprünglich war von 85 Millionen Euro die Rede, die dadurch pro Jahr eingespart werden könnten – bisher wurde jedoch nur Geld investiert.

Umstritten war das Projekt von Anfang an. Datenschützer und Vertreter der Steuerzahler sahen große Risiken in ELENA und gingen sogar verfassungsgerichtlich dagegen vor. Ihrer Ansicht nach war die Gefahr, dass Arbeitgeberdaten in falsche Hände geraten könnten, zu groß. Deshalb war hier die Freude riesig, als Mitte Juli 2011 die Ministerien für Wirtschaft und Arbeit bekanntgaben, dass ELENA so bald wie möglich wieder eingestellt wird.

Auf Unternehmensseite wundert man sich hingegen zum großen Teil: Schließlich war von Anfang an bekannt, dass bestimmte persönliche Daten durch den elektronischen Entgeltnachweis verbreitet werden. Und auch, dass die Einführung dieses Systems zunächst einmal Kosten verursacht. BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempfs Meinung zu der Entscheidung: „ Anstatt das Rad zurückzudrehen, hätte man besser den Umfang der einzusammelnden Daten kritisch überprüft und Verbesserungen im laufenden Betrieb vorgenommen, wie das bei Technologieprojekten üblich ist.“