Lange Entscheidungswege, für alles ein Formular – aber auch viel Urlaub

26. August 2011

Mitarbeiter aus dem Ausland erzählen, wie sie ihren Arbeitsalltag in Deutschland erleben.

Sueddeutsche.de hat für eine Bilderreihe zehn Angestellte, die aus dem Ausland kommen und jetzt bei großen Unternehmen in Deutschland beschäftigt sind, befragt, wie ihnen das Arbeitsleben in Deutschland gefällt. Die Teilnehmer erzählen, worüber sie sich wundern, welche Unterschiede es zu ihren Heimatländern gibt und was ihnen gut gefällt.

Eine junge Frau aus Bosnien-Herzegowina stellt fest, dass in Deutschland sehr viel Bürokratie herrscht und es für alles ein Formular gibt: Egal, ob man einen Besprechungsraum, Büromaterial oder Urlaub braucht. Zum Thema Urlaub allerdings äußerten sich fast alle sehr positiv, weil sie hier viel mehr freie Tage haben als in ihrem Land. Eine aus Kolumbien stammende Allianz-Angestellte sagt, dass sie hier doppelt soviel Urlaub hat wie zu Hause, aber geschockt war, bereits im Februar alle Urlaubstage verplanen zu müssen.

Generell werde viel geplant, war eine häufig genannte Feststellung, ob privat und geschäftlich: Projekte, Besprechungen oder Verabredungen mit Freunden. Und aufgrund der vielen Hierarchieebenen im Unternehmen sind Entscheidungswege meist sehr lang. Pünktlichkeit werde hoch geschätzt, nennt ein indischer Operations Expert als einen Unterschied zu seiner Heimat. Auch die Kleiderordnung, Anzug und Krawatte, empfindet man in Indien aufgrund des Klimas als eher unpraktisch.

Eine russische Personalreferentin, die bei Bosch arbeitet, hat gelernt, dass „Jaja“ in Deutschland oft mit „Nein“ übersetzt werden muss. Und, dass es hier nicht unbedingt üblich ist, High Heels im Büro zu tragen. Eine weitere Umstellung für sie war die Tatsache, dass der Nachname die übliche Anspracheform ist. In Russland benutzt man den Vornamen in Verbindung mit „du“ oder „Sie“.

Gelobt werden in Bezug auf die Arbeit in Deutschland unter anderem die gute Work-Life-Balance, das arbeitnehmerfreundliche Arbeitsrecht, die Ehrlichkeit und die Fortbildungsmöglichkeiten. Doch die Öffnungszeiten der Geschäfte ließen sich leider oftmals nicht mit den Arbeitszeiten vereinbaren.

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