Whistleblower: Einsatz für Gerechtigkeit

14. Dezember 2011

Whistleblower geben Hinweise auf Missstände und wenden damit womöglich große Schäden ab – doch bisher ohne weitreichenden (gesetzlichen) Schutz.

„Whistleblowing bezeichnet dem anglo-amerikanischen Begriff entsprechend die Weitergabe eines im Unternehmen begangenen Verstoßes an Stellen inner- oder außerhalb des Unternehmens.“ (vgl. juraforum.de/lexikon/whistleblowing).

Oftmals sind es Mitarbeiter, die Notstände oder korrupte Vorgehensweisen im Unternehmen entdecken oder zufällig davon erfahren. Beispiele dafür sind Fälle, bei denen in Alten- und Pflegeheimen die Betreuungspflicht verletzt wurde oder Betriebe versuchten, Lebensmittelskandale zu vertuschen.

Aber die Personen, die entsprechende Hinweise geben könnten, unterlassen dies in vielen Fällen, um nicht selbst ins Gerede zu kommen und gemobbt zu werden, oder aus Sorge, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn sie Firmenangehörige denunzierten. Noch ist in Deutschland diese Angst berechtigt, denn es gibt hierzulande keine Maßnahmen seitens der Bundesregierung, um Whistleblower vor den Folgen ihres Einsatzes für die Allgemeinheit – sei es nun für das Unternehmen, eine Organisation oder die Gesellschaft an sich – zu schützen.

Deshalb hat das Bündnis 90/Die Grünen Anfang November 2011 einen „Entwurf eines Gesetzes zur Förderung von Transparenz und zum Diskriminierungsschutz von Hinweisgeberinnen und Hinweisgebern“ vorgelegt (dieser ist als PDF unter gruener-gesetzentwurf.de einsehbar). Die Partei lädt Interessierte dazu ein, Kritik und Anregungen zu ihrem Entwurf einzubringen, damit in naher Zukunft Änderungen im Arbeits- und Beamtenrecht umgesetzt werden.

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