Familienpflegezeitgesetz soll gute Mitarbeiter binden

9. Januar 2012

Seit Anfang 2012 gilt das neue Familienpflegezeitgesetz, durch das pflegende Beschäftigte ihre Arbeitszeit für einen festgelegten Zeitraum reduzieren können.

Seit dem 1. Januar 2012 können Arbeitnehmer, die zu Hause einen Angehörigen pflegen, ihre Arbeitszeit auf wöchentlich auf bis 15 Stunden reduzieren – allerdings nur einmal für einen Zeitraum von maximal zwei Jahren. Möglich ist das aufgrund des neuen Familienpflegezeitgesetzes.

Kürzt der Beschäftigte während der Familienpflegezeit seine Wochenstunden um die Hälfte, dann erhält er trotzdem 75 Prozent seines ursprünglichen Bruttogehalts. Sein Arbeitgeber kann die zusätzlichen Lohnkosten, die dabei entstehen und für die er keinen Arbeitseinsatz erhält, über ein zinsloses Darlehen, das er über das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragen kann, finanzieren.

Nach Ablauf der Pflegezeit arbeitet der Beschäftigte wieder in seinem bisherigen Stundenumfang, bekommt aber solange weiterhin den gekürzten Bruttolohn, bis der Lohnüberschuss – das heißt der Betrag, den der Arbeitgeber ihm bereits ausgezahlt hat - wieder ausgeglichen ist.

Sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer darüber einig, dass eine Pflegezeit festgelegt werden soll, muss zwischen den beiden ein Vertrag abgeschlossen werden, in dem die genaue Anzahl der Arbeitsstunden, die Dauer der Pflegezeit sowie personenbezogene Daten des zu pflegenden Angehörigen festgehalten werden. Eine zusätzliche Versicherung soll gewährleisten, dass der Arbeitgeber anschließend den bezahlten Vorschuss wieder zurückerhält – auch im Falle von Berufsunfähigkeit oder Tod des Arbeitnehmers.

Die Gewährung der Pflegezeit ist für Arbeitgeber keine Pflicht, es ist eine freiwillige Leistung. Jedoch ist es eine Möglichkeit, gute und qualifizierte Mitarbeiter und damit auch Know-how langfristig im Unternehmen zu halten. Auch wenn sie dann für einen gewissen Zeitraum nur „mit halber Kraft“ zur Verfügung stehen.

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