Weniger Beschäftigte in Pflegeberufen als gedacht

16. April 2012

Um 20 Prozent verschätzt: Studie des Deutschen Pflegerats revidiert Gesundheitspersonalrechnung des Bundes.

Professor Michael Simon von der Fachhochschule Hannover ermittelte im Rahmen der Studie Beschäftigte und Beschäftigungsstrukturen in Pflegeberufen andere Zahlen als das Statistische Bundesamt zuvor: Er kam nur auf 1,21 Millionen Beschäftigte in Pflegeberufen im Jahr 2009, das Bundesamt aufgrund seiner Gesundheitspersonalrechnung (GPR) auf 1,458 Millionen. Die Deutsche Pflegerat e.V. hatte Simon mit der Studie beauftragt.

Laut Simon war die Grundlage zur Berechnung des GPR, nämlich überwiegend Daten aus dem Mikrozensus, zu ungenau. Er hingegen wertete amtliche Teilstatistiken von 1999 bis 2009 aus, die genauere Rückschlüsse auf die tatsächlichen Zahlen zuließen.

Michael Simon stellt die Annahme, dass der Pflegebereich boomt, infrage: Zwar habe es Zuwachs in den entsprechenden Berufen gegeben, doch sei dies insbesondere darauf zurückzuführen, dass der Anteil an Teilzeitbeschäftigten zwischen 1999 und 2009 um 60 Prozent gestiegen ist (das entspricht 210.000 Pflegekräften). Die Zahl der regulär Beschäftigten nahm im Vergleich nur um 23 Prozent zu.

Durch den Einsatz von Teilzeitarbeit sollen Arbeitskräfte flexibler eingesetzt und Personalkosten gespart werden. Entsprechende Maßnahmen werden von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verstärkt ergriffen. Nicht zuletzt, um der Personalunterbesetzung wegen überlastetem Pflegepersonal entgegenzuwirken.

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